Leichtathletik

Estelberglauf soll mit neuem Format der Pandemie trotzen

Uwe Rogowski

Von Uwe Rogowski

Mo, 19. April 2021 um 19:23 Uhr

Leichtathletik

Erneut droht zahlreichen Laufveranstaltungen die Absage. Der Estelberglauf mit Start in Albbruck aber soll stattfinden: ausgedehnt über zwei Wochen und mit Streckenzeiten auf Vertrauensbasis.

Absagen haben in diesen Zeiten Konjunktur. Ganze Spielzeiten, Sportfeste, Laufveranstaltungen werden gecancelt, zum Teil sind sie schon zum zweiten Mal in Folge ins Wasser gefallen. Auch die Läuferinnen und Läufer der Region trifft es.

Offizielle Leichtathletik-Meisterschaften der Verbände sind weiterhin keine in Sicht, beliebte Klassiker wie der Schluchseelauf wurden pandemiebedingt bereits im Frühjahr vor einem Jahr aus dem Programm genommen, er wird auch in dieser Laufsaison nicht angeboten und wird mit seiner Absage für die 2021er-Ausgabe dabei vermutlich die Regel sein. Der Estelberglauf, der vor rund einem Jahr ebenfalls gestrichen werden musste, will dagegen neue Wege gehen. Einen zeitlich entzerrten Lauf auf Abstand bieten.

Strecken werden für zwei Wochen ausgeschildert

Der TV Waldshut hat sich als Ausrichter der alljährlich im April stattfindenden beliebten Laufsportveranstaltung eine Anpassung für die aktuell komplizierte Lage einfallen lassen. "Uns ist es eine Herzensangelegenheit, dass unser Berglauf nicht in Vergessenheit gerät, nachdem er schon das letzte Jahr pandemiebedingt ausfallen musste", sagt der Initiator des Laufs, Tobias Hein vom Turnverein Waldshut. Der Estelberglauf, mit seinem gewohnten Startpunkt in Albbruck-Birkingen, werde diesmal wieder stattfinden, in anderer Form freilich, mit Start am 24. April und dem offiziellen Ende am 9. Mai.

Unter dem Motto "Aber sicher laufen wir" haben alle Lauf-Interessierten die Möglichkeit, im besagten Zeitraum, der mit Beginn 24. April über gut zwei Wochen geht, die beiden offiziellen Strecken "Waldhaus-Estelberglauf" und "May-Panoramalauf" zu bewältigen: laufend, walkend, spazierengehend, je nach Gusto, teilten die Veranstalter mit. Beide Strecken würden für den angegebenen Zeitraum ausgeschildert, als würde der Lauf regulär stattfinden. Die jeweilige Zeit und bei Bedarf auch ein Beweisfoto werden zum Veranstalter geschickt.

"Ich glaube, dass wir die ersten damit sind." TVW-Vorsitzender Daniel Kistner
Begegnungen oder gar Enge auf der Strecke sind nicht zu erwarten, jeder läuft sein eigenes Rennen. "Es wird mit Sicherheit kein Gedränge und keinen Volksauflauf auf der Strecke geben", sagt der TVW-Vorsitzende Daniel Kistner, es verteilt sich. In starken Jahren sind bis zu 270 Teilnehmer am Start, viele von der LG Hohenfels etwa, selbst wenn diesmal eine ähnliche Quote erreicht wird, werden sich wohl wie im Jogger-Alltag nur vereinzelt Starter auf der Strecke begegnen. Einige Teilnehmer sind bereits angemeldet. Von knapp 40 zu Beginn dieser Woche berichtet Kistner, der von keinem vergleichbaren Lauf anderswo weiß, "ich glaube, dass wir die ersten damit sind", sagt er. "Wir haben – natürlich nur in übertragenem Sinne – mal kurz die Köpfe zusammengesteckt und auf digitalem Wege ein Konzept entwickelt, das allen Laufbegeisterten ermöglicht, alleine den Estelberg zu bezwingen."

Es sei, so Kistner, letztlich "nicht die Idee", einen Lauf wie in normalen Jahren anzubieten, der Estelberglauf solle dank der diesjährigen Auflage vor allem "im Gedächtnis bleiben". Rekordzeiten seien nicht zu erwarten, "es wird alles auf Vertrauensbasis laufen", sagt Kistner. Start und Ziel sind wie gewohnt auf dem Dorfplatz in Albbruck-Birkingen geplant. Die klassische Estelberglaufstrecke führt über 11,7 Kilometer und 370 Höhenmeter. Den Streckenrekord hat vor vier Jahren der Finne Pekka Roppo (Grießen) auf 46:06 Minuten gestellt. Der letzte Sieger, Tobias Herrmann aus Waldshut (May Running Team), der vor zwei Jahren nach 49:05 Minuten das Ziel passierte, kann es offenbar kaum erwarten. "Er hat sich schon angemeldet", sagt Kistner.