Funkantenne trennt die Gemüter

Michael Masson

Von Michael Masson

Do, 11. April 2019

Ettenheim

Bürgermeister Metz will sich bei der Telekom für Prüfung von Alternativstandorten einsetzen.

ETTENHEIM-ETTENHEIMWEILER (mima). Wie zu erwarten, hat das Thema eines künftigen Mobilfunk- Sendemasten im Dorf besonders breiten Raum bei dem Bürgergespräch am Dienstagabend in Ettenheimweiler eingenommen.

Mit rund 110 Bürgerinnen und Bürger war das Vereinshaus fast voll besetzt, Bürgermeister Bruno Metz hatte die Gesprächsführung übernommen. Auf Wunsch der Bürger verzichtete er auf einen Vortrag zur aktuellen Kommunalpolitik, und kam gleich zum umstrittenen, von der Telekom geplanten Funkmast mitten im Dorf auf einer ehemaligen Trafostation. Die Bürger befürchten gesundheitsgefährdende Strahlung und plädieren für eine Installierung außerhalb der Wohnbebauung (die Badische Zeitung berichteten). Andere stellten diese Gefährdung allerdings in Abrede. Bruno Metz gab sich offen: Er habe nichts gegen einen Standort im Außenbereich. Allerdings sei nicht zu erwarten, dass sich die Telekom aus Kostengründen darauf einlässt. Wegen der dann fälligen Kabelverlegung über rund 500 Meter sein das Vorhaben für den Betreiber nicht mehr rentabel.

Bei der Befragung ist der Standort kein Thema

Bruno Metz verwies auf die ausstehende Befragung von rund 450 wahlberechtigten Bürgern ab 16 Jahren. Abgestimmt werde dabei nicht über den Standort, sondern nur über die Frage, ob die Gemeinde für einen besseren Mobilfunk samt entsprechendem Internetzugang dem Funkmast zustimmt. Für viele Bürger ist das eine Drohkulisse. Sollte sich Ettenheimweiler mehrheitlich dagegen aussprechen, bleibt es beim Funkloch.

Über eine Stunde zog sich die Debatte hin. "Wer keine Strahlung will, soll sein Handy abgeben!", brachte es ein Befürworter polemisch auf den Punkt. Eine finanzielle Beteiligung der Stadt an den Mehrkosten für einen Ortsrandmast lehnte Metz kategorisch ab. Man könne höchstens darüber nachdenken, künftige städtische Pachteinnahmen dafür zu verwenden. Für den Fall eines Neins bei der Abstimmung warnte nicht nur Metz davor, dass dann möglicherweise Bürger ihre Privatgrundstücke für eine Funkanlage mitten im Dorf bereitstellen könnten. Rechtlich sei das nicht zu verhindern, wie viele Beispiele aus umliegenden Gemeinden zeigten.

"Kompromiss statt Dorfkrieg", forderte eine Bürgerin. Aber Metz sah wenig Spielraum für Verhandlungen. Immerhin sicherte er zu, die Telekom zu bitten, über deren bisherige Stromhäusle-Priorität hinaus auch Alternativstandorte wie etwa den Ortsrand-Hochbehälter oder die Alpawaki-Farm mit zu prüfen. "Ich kann nicht versprechen, was dabei rauskommt", sagte der Bürgermeister. Sollte die Telekom Nein sagen, sei seine Position nicht sonderlich stark.