Corona

EU-Arzneimittelbehörde plant Impfstoff-Zulassung für 21. Dezember

Bernhard Walker, dpa, afp

Von Bernhard Walker, dpa & afp

Di, 15. Dezember 2020 um 12:36 Uhr

Deutschland

Gut neun Monate nach Ausbruch der Corona-Pandemie steht die Zulassung eines Impfstoffes in Europa kurz bevor - früher als geplant. Bereits am 21. Dezember soll die Entscheidung fallen.

Der Corona-Impfstoff der Unternehmen Pfizer und Biontech könnte bereits vor Weihnachten auch in der EU zugelassen werden. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA will dafür den Weg freimachen. Bereits am 21. Dezember werde sie ihr Gutachten über die Zulassung des Impfstoffes der Pharmaunternehmen aus den USA und Mainz vorlegen, kündigte die Behörde am Dienstag in Amsterdam an. Das sind acht Tage früher als geplant. Es gilt als so gut wie sicher, dass die EMA grünes Licht geben wird. Formell muss dann noch die EU-Kommission zustimmen. Das gilt als Formsache und könnte auch innerhalb eines Tages erfolgen. Damit wäre der Weg frei für Massen-Impfungen in allen EU-Mitgliedsstaaten.

Es würden keine Abstriche bei den Sicherheits-Standards gemacht, betonte die EMA. "Eine Markt-Zulassung stellt sicher, dass Covid-19-Impfstoffe dieselben hohen EU-Standards erfüllen, die für alle Impfstoffe und Medikamente gelten."
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Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) setzt auf einen baldigen Start von Impfungen gegen das Coronavirus. Er sei optimistisch, dass der Impfstoff am 23. Dezember zugelassen werde. Dies sei "eine gute Nachricht für die Europäische Union", sagte er. Ziel sei es, in Deutschland noch vor dem Jahreswechsel mit dem Impfen zu beginnen.

Während der Impfstoff bereits in Großbritannien, den USA und Kanada mit einer Not-Zulassung auf dem Markt ist, wird in der EU noch auf grünes Licht von der EMA gewartet. Die Behörde überprüft bereits seit Wochen in dem sogenannten Rolling-Review-Verfahren die klinischen und wissenschaftlichen Daten der Hersteller. "Wir arbeiten rund um die Uhr für die Zulassung des ersten Covid-19-Impfstoffes", sagte EMA-Direktorin Emer Cooke. Zunächst hatte die EMA erklärt, dass das Verfahren spätestens am 29. Dezember abgeschlossen sei. Doch das wird nun um acht Tage vorgezogen.

"Jeder Tag früher, den wir den Impfstoff haben, hilft Leid zu lindern." Jens Spahn
An diesem Freitag wird Spahn eine Verordnung vorlegen, die regelt, welche Menschen zuerst geimpft werden. Diese Verordnung fußt auf einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission des Robert Koch Instituts (RKI), die an diesem Mittwoch laut RKI-Chef Lothar Wieler abschließend ausformuliert sein soll.



Die Kommission schlägt vor, zunächst Menschen über 80 Jahre, Bewohner und Mitarbeiter in Pflegeheimen sowie medizinisches Personal zu immunisieren, das engen Kontakt mit besonders von Covid-19 gefährdeten Personen hat.

Keine Notzulassung für den Impfstoff

Forderungen nach einer Notzulassung des Impfstoffs gegen Covid-19 hat Spahn dagegen eine klare Absage erteilt. Es gehe ihm um eine ordentliche, gründliche und zügige Zulassung, so Spahn am Dienstag in Berlin. Entscheidend sei, dass die Bevölkerung Vertrauen habe in die Sicherheit eines Impfstoffs und sich viele impfen ließen.

"Nichts ist wichtiger beim Impfen als Vertrauen in den Impfstoff", betonte Spahn. Zudem sei es wichtig, den Weg zur Zulassung eines Impfstoffs in Europa gemeinsam zu gehen. In den USA und Großbritannien ist der Impfstoff der Pharmaunternehmen Pfizer und Biontech bereits mit einer Notzulassung auf dem Markt.

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