Aspach / Elsass

Ex-Freund soll Entführung von 47-Jähriger detailliert geplant haben

dpa, BZ

Von dpa & BZ-Redaktion

Mi, 12. Juni 2019 um 11:33 Uhr

Südwest

Rund eine Woche wurde nach ihr in Deutschland und Frankreich gesucht, die Polizei warnte vor Anhaltern im Grenzgebiet – am Dienstag der Ermittlungserfolg: Die Frau wurde befreit.

Die einwöchige Entführung einer Frau aus Aspach (Rems-Murr-Kreis) soll ihr Ex-Freund im Vorfeld detailliert geplant haben. "Es deutet nichts auf eine Kurzschlusstat hin", sagte ein Polizeisprecher am Mittwoch. Das Scheitern der Beziehung soll den 51 Jahre alten Mann dazu getrieben haben, seine Ex-Freundin tagelang in einem Wohnmobil zu verschleppen. "Der Mann hat wahrscheinlich die Trennung nicht akzeptiert", sagte ein Polizeisprecher.

Die Polizei hatte die seit rund einer Woche verschwundene Pflegerin am Dienstag befreit. Der Frau gehe es den Umständen entsprechend gut, teilte die Polizei in Aalen mit.

Zwei mutmaßliche Entführer seien am Dienstagnachmittag in Frankreich gefasst worden. Gefahndet worden war nach einem 51-Jährigen – dem Ex-Freund der Entführten. Die 47-Jährige war vor einer Woche mit einem Wohnmobil verschleppt worden.

Neben dem Ex-Freund wird auch ein 23-jähriger Komplize verdächtigt. Die beiden stammen ebenso wie die Frau aus Polen. Die Männer würden zunächst in Frankreich verhört, teilte die Aalener Polizei mit. Über einen möglichen Auslieferungsantrag müsse die Staatsanwaltschaft in Stuttgart entscheiden.

"Aufgrund intensiver kriminalpolizeilicher Ermittlungen der französischen Fahnder konnte der Aufenthaltsort der Täter und des Opfers am Dienstagnachmittag ermittelt werden", teilt die Aalener Polizei mit.

Polizei hatte vor Anhaltern gewarnt

Die Entführte hatte bereits am Montag, 3. Juni, mittags ihre Arbeitsstelle in Aspach verlassen und war nicht mehr zurückgekehrt. Noch am Montagabend erstatteten die Angehörigen eine Vermisstenanzeige. Bei der Suche war auch ein Hubschrauber eingesetzt worden.

Die Ermittler waren nach dem Fund des Wohnmobils davon ausgegangen, dass sich die Entführer weiter im deutsch-französischen Grenzgebiet aufhalten. "Die werden irgendwo mal auftauchen", hatte ein Sprecher der Polizei am Sonntag gesagt. "Die müssen sich ja irgendwas zu essen besorgen." Zuletzt seien die Verdächtigen mit der Frau zu Fuß unterwegs gewesen.

Die Polizei hatte eindringlich und mehrfach davor gewarnt, Anhalter mitzunehmen. Außerdem veröffentlichten die Beamten Fotos der Personen – und erhielten daraufhin mehrere Zeugenhinweise. Ob und inwiefern diese nun zum Fahndungserfolg beigetragen haben, blieb zunächst unklar.