Halteverbot

Falschparker behindern Feuerwehreinsatz bei Freiburger Balkonbrand

Manuel Fritsch

Von Manuel Fritsch

Do, 13. Februar 2020 um 15:41 Uhr

Freiburg

Ein Balkon brennt lichterloh, das Feuer droht auf die Wohnung und den darüberliegenden Balkon überzugreifen. Die Feuerwehr rückt an – doch wird sie von falschparkenden Autos behindert.

Gleich zwei Einsätze innerhalb von acht Minuten musste die Freiburger Feuerwehr am Mittwochabend fahren. Um 19.32 ging ein erster Notruf ein. Im Erlenweg roch es verbrannt. Ein Löschzug wurde losgeschickt und stellte fest, dass Essen angebrannt war. Schon acht Minuten später kam der nächste Notruf. Ein Balkon in der Bleichestraße in der Oberau stand in Flammen. Ein Fahrzeug blieb im Erlenweg, um die erste Wohnung zu belüften, der Rest des Löschzugs fuhr in Richtung Oberau, eine Einsatzabteilung der Freiwilligen Feuerwehr wurde hinzugezogen.

Brandursache ist noch unbekannt

Ein Balkon im ersten Obergeschoss eines viergeschossigen Gebäudes brannte, das Feuer griff in die Wohnung über sowie auf den Balkon im zweiten Stock. "Fünf Minuten später und auch bei uns wären die Scheiben geplatzt und die Wohnung verrußt", erzählt der Hausbesitzer, Andreas von Döhren, der in der Wohnung im zweiten Stock wohnt. Wie es zu dem Brand kam, sei ihm unerklärlich. Der Balkon habe keinen Elektroanschluss, nicht einmal eine Außenbeleuchtung. Auch die Polizei konnte bislang noch nichts zur Brandursache sagen. Der Schaden des Brandes liegt laut Polizei bei etwa 20.000 Euro. Von Döhren schätzt ihn weitaus höher. Mehr als 50.000 Euro, sagt er.

Falschparker werden zum Einsatzhindernis

Besonders stört ihn, dass die Feuerwehr erhebliche Probleme bei ihrem Einsatz hatte. "Sie kamen nur im Schritttempo durch", sagt von Döhren. Grund: Die Straße sei regelmäßig derart zugeparkt, dass er schon mit seinem Pkw Probleme habe. Auch im Feuerwehrbericht wird sich über "schlecht beziehungsweise falsch parkende Pkw in der betroffenen Straße" beschwert. Besonders im Bereich der Kreuzung hätten die Feuerwehrfahrzeuge nicht oder nur sehr umständlich abbiegen können. Auch die Polizei berichtet davon, dass die Feuerwehrzufahrt so zugeparkt war, dass die Einsatzfahrzeuge nur durch großes fahrerisches Geschick überhaupt an den Brandort kamen.

Absolutes Halteverbot in dem Bereich

Von Döhren erzählt, dass er sich schon seit längerem bei der Stadtverwaltung darum bemühe, die Parksituation in der Straße zu verbessern. "Die Mindestdurchfahrtbreite ist schon lange nicht mehr gegeben", sagt er. Jedoch sei er damit bei der Stadt bislang auf taube Ohren gestoßen. Rathaussprecher Toni Klein teilt auf Nachfrage mit, dass dieser Bereich der Bleichestraße schon lange als neuralgischer Punkt identifiziert und daher als Brandschutzzone ausgewiesen sei. Das heißt: absolutes Halteverbot. Dieses werde auch regelmäßig kontrolliert. Aber: "Wir können ja nicht jede Nacht kontrollieren", so Klein.

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