Kreis Emmendingen

Fast alle Gemeinden und Städte von Neuinfektionen betroffen

bz, tam

Von BZ-Redaktion & Tamara Keller

Fr, 16. April 2021 um 18:27 Uhr

Kreis Emmendingen

Entgegen dem Landestrend bleibt die Inzidenz in Emmendingen niedrig. Das Gesundheitsamt sieht kein Grund zur Entwarnung: Der Anteil der Varianten und die Zahl der Krankenhauspatienten steigen.

Am Freitag meldete das Landesgesundheitsamt eine Sieben-Tage-Inzidenz von 82,9 für den Landkreis Emmendingen – damit liegt der Landkreis nach wie vor deutlich unter dem Landeswert mit 168,4. Zudem meldete das Landesgesundheitsamt für den Kreis 23 Neuinfektionen. Während in der vergangenen Wochen die Infektionszahlen landesweit erheblich angestiegen sind, zeigt sich dieser Anstieg derzeit im Landkreis Emmendingen nicht.



Das Emmendinger Gesundheitsamt bezeichnet diese Entwicklung als erfreulich, mahnt aber auch zur Vorsicht: Die Entwicklung sei noch kein Zeichen dafür, dass das Infektionsgeschehen im Kreis dauerhaft reduziert bleibe, denn es sei weiterhin diffus. Vergangene Woche seien Infektionsfälle in fast allen Gemeinden und Städten des Landkreises aufgetreten.

Die vergleichsweise niedrige Zahl an Neuinfektionen – in der vergangenen Woche 152 – sei auch damit zu erklären, dass in den vergangenen sieben Tagen "nur wenige Häufungsgeschehen mit wenigen Betroffnen entdeckt wurden". Als weiteren Grund für die niedrigen Zahlen nennt das Gesundheitsamt geringere Gruppenkontakte über die Osterferien.

Infektionen in Kita und Geflüchtetenunterkunft

Ausbrüche gab es in mehreren Betrieben im Landkreis. Von Einzelfällen neu betroffen waren laut dem Lagebericht eine stationäre Pflegeeinrichtung, eine Geflüchtetenunterkunft und eine Kindertagesstätte. Hauptursache der Weiterverbreitung bleiben laut Behörde aber die Übertragungen des Virus im häuslichen und privaten Bereich.

Bei zwei Dritteln der Fälle kann die Infektionsquelle ausgemacht werden. Bei den restlichen Fällen ist die Ansteckungsquelle nicht geklärt und somit auch nicht kontrollierbar. Was auffällt: In der vergangenen Woche gab es auch wieder deutlich mehr Todesfälle: Vier Menschen (Durchschnittsalter 78 Jahre) starben in der vergangenen Woche aufgrund einer Covid-Erkrankung. Zuletzt hatte es innerhalb von zwei Wochen sechs Todesfälle gegeben. Auch die Zahl der Krankenhauspatienten steigt wieder: Im Kreiskrankenhaus Emmendingen werden aktuell acht Personen mit Covid-19-Erkrankung behandelt, vergangene Woche waren es sieben Personen. Zwei Person werden bereits seit Anfang der Woche auf der Intensivstation behandelt. Die vergangenen vier Wochen hatte sich immer nur eine Person auf der Intensivstation befunden.



Zuletzt sah die Entwicklung der Virusvarianten im Landkreis eigentlich gut aus: So meldete das Gesundheitsamt vergangene Woche für die 13. Kalenderwoche einen Variantenanteil von 54,3 Prozent im Landkreis. Weil es aber dauert, bis das zuständige Labor die Variante bestimmen kann, kommt es zu Verzögerungen bei den Meldeprozessen: Der Variantenanteil für die Kalenderwoche 13 wurde im aktuellen Bericht auf 62,5 Prozent korrigiert – ist damit aber der niedrigste Wert seit Februar. Trotzdem ist mittlerweile schon wieder ein Anstieg bei den Varianten zu verzeichnen: Für die Kalenderwoche 14 beträgt der Anteil 71,5 Prozent.

Infizierte Frauen sind im Schnitt 36 Jahre alt

Aktuell sind im Landkreis 81 Männer neu infiziert, deren Durchschnittsalter 37 Jahre beträgt. 71 Frauen im Landkreis haben sich ebenfalls mit dem Virus infiziert. Ihr Durchschnittsalter beträgt 36 Jahre. Das Gesundheitsamt bewertet die Lage weiterhin als ernst und fordert die Bürgerinnen und Bürger auf die geltenden Regelungen und Hygienevorgaben streng einzuhalten.