Landesliga

FCN-Co-Trainer Branislav Durdevic: "Ich glaube an die Qualität der Mannschaft"

Jürgen Ruoff

Von Jürgen Ruoff

Di, 13. Oktober 2020 um 10:36 Uhr

Landesliga Staffel 3

Die 0:5-Heimniederlage des Landesligisten FC Neustadt war bitter. Co-Trainer Branislav Durdevic fand als erster seine Sprache wieder. Unterdessen beklagen die Löffinger zwei verletzte Spieler.

Nach dem Schlusspfiff im Jahnstadion musste Co-Trainer Branislav Durdevic das Reden übernehmen. Die Spieler des FC Neustadt lauschten den Worten des Co-Trainers andächtig, Chefcoach Zeljko Cosic stand mit dabei und hörte ebenfalls zu. Die 0:5-Niederlage im Landesligaderby gegen den FC Furtwangen schien den 46-Jährigen tief getroffen zu haben, sprachlos erwischt man ihn sonst nie.

Wenig später sitzt Cosic auf der überdachten Ersatzbank am Kunstrasenplatz, neben ihm haben sich ein paar Neustädter Spieler niedergelassen. Durdevic steht vor der Ersatzbank und redet – Cosic schweigt. Er hat die Hand am Kopf, so wie man nach durchzechter Nacht am nächsten Morgen die Hand am Kopf hat, wenn er verkatert ist und weh tut. In diesem Fall wurde nicht gezecht, die Symptome stammen zweifelsfrei von der bitteren Heimniederlage gegen einen Schwarzwälder Landesligakonkurrenten.

Nach einer Weile sitzen nur noch Cosic und sein kroatischer Landsmann und Spieler Sime Fantov auf der Ersatzbank. Der Trainer hat die Sprache wiedergefunden, gestenreich redet er vor sich hin. Will man aus Neustädter Sicht etwas Positives von diesem Spiel erzählen, dann sind eigentlich nur zwei Dinge erwähnenswert: die feine Technik des Sime Fantov und die Ruhe und Übersicht von Innenverteidiger Fabian Papa. Zu wenig, um erfolgreich zu sein. Auf den Außenbahnen ging bei den Blauen nicht viel, nach vorne wie nach hinten. Auch bedingt dadurch, dass Linksfuß Fehti Köycü früh zurück in die Kabine durfte (22.). "Die Rote Karte war spielentscheidend", findet Branislav Durdevic, "denn wir hatten gut ins Spiel gefunden".

Der Furtwanger Trainer Uwe Müller hatte ein Lächeln im Gesicht, als er nach Spielschluss Richtung Kabinentrakt ging. "Wir haben die Zweikämpfe angenommen und viele davon gewonnen. Da haben wir eine super Quote", sagte Müller, "und wir haben wenig zugelassen. Jetzt müssen wir aber auch mal auf eigenem Platz was holen".

Der FC Furtwangen agiert wachsamer und aggressiver

Den Unterschied zwischen beiden Mannschaften an diesem Nachmittag beschreibt das Tor zum 1:0 ganz gut: Die Flanke von Markus Ringwald segelte von der Außenlinie herein und Stefan Disch stand frei am langen Pfosten und verarbeitete den Ball volley zur Führung. In der zweiten Halbzeit segelte auch eine Neustädter Flanke gefährlich vor das Furtwanger Tor, ein Blauer ging zum Ball, aber ein Grüner kam ihm zuvor. Der FC Furtwangen spielte wachsamer und stand enger bei den Gegenspielern. "Die Niederlage ist sehr bitter, aber wir werden weiter kämpfen und rennen", verspricht Durdevic, "das Spiel müssen wir abhaken und uns jetzt auf das Derby gegen Löffingen vorbereiten. Ich glaube nach wie vor an die Qualität der Mannschaft".

Fünf Tore, davon drei Elfmeter – das Landesligaspiel des FC Löffingen beim FC Gutmadingen war ereignisreich. Den ersten Aufreger gab es bereits nach zehn Minuten: Der Löffinger Torwart Marcel Wetterer hatte schon die Hand am Ball und kollidierte mit einem Gutmadinger Spieler, der Schiedsrichter zeigte zum Entsetzen der Löffinger auf den Elfmeterpunkt. "Total fragwürdig" findet Jörg Klausmann, der Trainer des FC Löffingen, die Entscheidung. Wenig später gab es Strafstoß auf der anderen Seite: Simon Weißenberger war gefoult worden, Benjamin Gaudig verwandelte den Freikick zum 1:1. "Der Schiedsrichter nahm dann Einfluss auf das Spiel", sagt Klausmann. Maximilian Benz, der zuvor die Gelbe Karte gesehen hatte, rutschte bei einer Aktion aus und in einen Gegenspieler hinein. Der Schiedsrichter wertete es als grobes Foulspiel und zeigte Gelb-Rot, der FC Löffingen musste sich schon nach 36 Minuten in Unterzahl gegen die Niederlage stemmen, denn zwei Minuten später ging Gutmadingen mit 2:1 in Führung. "Die Moral war unten, das Gegentor war eine Folge davon", sagt Klausmann.

Marco Bürer und Benjamin Gaudig verletzen sich

Marco Kopp und Simon Weißenberger vergaben nach der Pause zwei Riesenchancen zum Ausgleich, anschließend fiel das 1:3: "Ein kurioses Tor aus dem Nichts", sagt Klausmann, der Ball prallte von Bein zu Bein und dann ins Tor. Johannes Kaufmann verkürzte mit einem verwandelten Elfmeter noch auf 2:3. "Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen. Schade, dass sich die Mannschaft nicht belohnt hat", sagt Klausmann, "so stehen wir mit ohne Punkte da und haben zwei verletzte Spieler". Benjamin Gaudig hat eine Bänderverletzung davongetragen, Marco Bürer schmerzt das Knie.