FRAGEN SIE NUR!: Viel Schaum, wenig Effekt

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Sa, 05. September 2020

Fragen Sie nur

Wieso geht Rasierschaum nach dem Sprühen weiter auf?


Wer nass rasiert, hat die Wahl: Seife, Creme, Gel oder Sprühschaum. Profis schwören auf den festen Schaum, zu dem sich Seife und Creme aufschlagen lassen, doch der alltagsgestresste Mann scheut morgens die Zeit dafür. Gel schäumt, einmal auf der Haut, sobald es mit Wasser in Berührung kommt und einmassiert wird, das geht schon schneller. Die Ratzfatz-Variante kommt aus der Sprüh-, korrekter der Aerosoldose. Die beherrscht den Trick, den Schaum nach dem Sprühen weiter aufgehen zu lassen. Möglich wird das durch ein – für die Umwelt problematisches – Treibgas, meist Propan, Butan, Isobutan. "Das Gas steht in der Aerosoldose unter Druck und expandiert, wenn herausgelassen, so lange, bis der Schaum-Innendruck auf die Höhe des atmosphärischen Gegendrucks gesunken ist", erklärt Reinhard Brückner, Professor am Institut für Organische Chemie an der Uni Freiburg. Das so entstehende fragile Gebilde hält es nicht lange auf der Haut aus: Einmal drüber rasiert, schon ist der Schaum weg. Auch einen schützenden Film, der den Rasierer besser gleiten lässt, bildet der Dosenschaum meist nicht.

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