Disko-Effekt

Fraunhofer-Gesellschaft schickt eine Woche Laserstrahlen über Freiburg

Sarah Schäfer

Von Sarah Schäfer

Mo, 23. September 2019 um 15:11 Uhr

Freiburg

Die Fraunhofer-Gesellschaft wird 70 Jahre alt. Das Institut sendet diese Woche jede Nacht einen Laserstrahl über die Stadt. Was dürfen die Freiburgerinnen und Freiburger erwarten?

In dieser Woche schickt die Fraunhofer-Gesellschaft jede Nacht einen Laserstrahl über Freiburg. Was es damit auf sich hat, erzählt Karsten Buse, der Leiter des Fraunhofer-Instituts für Physikalische Messtechnik (IPM), im Gespräch mit Sarah Schäfer.

BZ: Diese Woche senden Sie Laserstrahlen durch die Stadt. Was dürfen die Freiburgerinnen und Freiburger erwarten?
Buse: Wir werden in den kommenden Tagen nach Einbruch der Dunkelheit bis 23 Uhr und morgens von sechs bis acht Uhr drei Laserstrahlen über Freiburg senden. Sie starten am Physikhochhaus und gehen über den Platz der Weißen Rose. Wir werden einen weißen und einen blauen Laserstrahl haben – die Logofarben der Uni Freiburg – sowie einen grünen Strahl, der für die Fraunhofer-Gesellschaft steht. Das symbolisiert, dass wir Hand in Hand zusammenarbeiten. Wenn das Wetter mitspielt, kann man diese Strahlen über mehrere Kilometer hinweg sehen. Das Beste wäre ein leichter, feiner Dunst. Bei starkem Regen sieht das Ganze auch faszinierend aus und glitzert wie ein kleiner Disko-Effekt, da die Tropfen das Licht streuen. Für Mensch und Natur sind die Laserstrahlen aber ungefährlich.
Karsten Buse (53) arbeitet seit Anfang 2011 am Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik. Er lebt in Wittnau.

BZ: Worauf wollen Sie mit dieser Aktion aufmerksam machen?
Buse: Wir wollen einerseits bei den Menschen die Faszination an der Technik wecken, anderseits auf zwei Veranstaltungen hinweisen: die große Herbsttagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft zur Quantentechnologie sowie unser Event am Samstag zum 70. Gründungsjubiläums der Fraunhofer-Gesellschaft mit Wissenschaftsmarkt und Technik zum Erleben auf dem Platz der Weißen Rose. Freitag und Samstagabend gibt es dort eine siebenminütige Lasershow, die täglich viermal gezeigt wird. Durch künstlichen Nebel werden die Strahlen besser sichtbar. Dabei zeigen wir, was man mit Licht alles machen kann. Irgendwo kommt hier auch das Spielkind in einem raus.

"Für Mensch und Natur sind die Laserstrahlen aber ungefährlich."

BZ: Wie kamen Sie auf die Idee, Laser so einzusetzen?
Buse: Das Jubiläum richten alle fünf Fraunhofer-Institut in Freiburg zusammen aus. Wir alle haben viel mit Photonik zu tun, also der angewandten Optik. Laser spielen dabei eine große Rolle. Es war naheliegend, dass wir das als verbindendes Element nutzen. Allerdings ist es auch ein ziemlicher Aufwand und wird deshalb selten gemacht. Wir arbeiten seit Jahren mit Profis zusammen, die auch die Genehmigung bei der Deutschen Flugsicherung eingeholt haben. Und das Regierungspräsidium hat die Aktion genehmigt.
Das Jubiläum

Die Laserstrahlen über Freiburg sind von Montag bis Samstag, 23. bis 28. September, zu sehen. Das Fest zum Fraunhofer-Jubiläum auf dem Platz der Weißen Rose im Uni-Innenhof beginnt am Samstag um 10 Uhr mit einer Bühnenshow und endet mit der Lasershow, die um 22 Uhr das letzte mal läuft. Die Herbsttagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft findet mit kostenlosen Abendveranstaltungen von Dienstag bis Donnerstag, 24. bis 26. September, an der Universität statt.

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