Podiumsdiskussion

Frühere Ordensschwester spricht in Freiburg über spirituellen und sexuellen Missbrauch

Toni Nachbar

Von Toni Nachbar

So, 03. Februar 2019 um 11:44 Uhr

Freiburg

Der Sonntag Doris Wagner wurde von einem Priester vergewaltigt und hat über ihre Erfahrungen zwei Bücher geschrieben. Am Mittwoch gastiert sie an der Uni Freiburg.

Es geht hier um Irrungen und Wirrungen, es folgt Verstörendes, Deprimierendes und Erschreckendes: Dies ist die Geschichte der Doris Wagner, die als junge Ordensschwester von einem katholischen Priester mehrfach sexuell missbraucht worden ist. Begünstigt wurde dieses Verbrechen in einer autoritären klösterlichen Atmosphäre, in der der Einzelne wegen eines vermeintlichen hohen Ideals im Dienste Gottes verraten wird.

Allerdings muss beim Versuch, skizzenhaft den Weg einer aufgeschlossenen protestantischen Gymnasiastin in eine katholische Gemeinschaft und dann zur promovierten Philosophin und Unternehmensberaterin aufzuzeigen, auf Schwarz-Weiß-Malerei verzichtet werden. Denn in der Kirche gibt es kein von langer und perfider Hand strategisch geplantes System des sexuellen Missbrauchs. Dafür aber starre hierarchische Strukturen, strenge Regeln und religiöse Vorstellungen, die den Boden bilden für Fundamentalismus und Fanatismus. Auf ihm gedeiht die Entpersonalisierung und Unterdrückung des Einzelnen mit den Mitteln spirituellen Missbrauchs. Menschen, die hartnäckig darin trainiert sind, dauernd ihre Wünsche und Gefühle zu unterdrücken, werden anfällig, sexuellen Missbrauch zu begehen. Oder ihn apathisch zu erdulden.

Von diesen Befunden hat Doris Wagner in zwei Büchern berichtet. Auf Einladung der Freiburger Katholischen Akademie tritt die Mittdreißigerin am kommenden Mittwoch öffentlich in der Freiburger Universität auf und wird mit dem Jesuitenpater Klaus Mertes sowie dem Professor für Fundamentaltheologie, ...

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