Freiburg-Oberau

Legionellen im Wasser: Hausbewohnern ist das Duschen verboten

Simone Höhl

Von Simone Höhl

So, 21. Juli 2019 um 11:50 Uhr

Freiburg

Die Bewohner eines Mehrfamilienhauses an der Kartäuserstraße dürfen nicht duschen. Grund dafür ist ein Problem mit Legionellen. Die Konzentration der Bakterien in den Wasserleitungen ist zu hoch.

Das Duschverbot wurde BZ-Informationen zufolge nach einer Prüfung durch ein Labor ausgesprochen. Demnach war die Konzentration der Legionellen im Leitungswasser stark erhöht. Ein Aushang des Hausverwalters umfasste unter anderem einen Kontakt für Rückfragen und ein Informationsblatt zu Legionellen.

Die Bakterien fühlen sich im Wasser bis 50 Grad Celsius besonders wohl und können zum Beispiel Atemwegserkrankungen und in schweren Fällen die Legionärskrankheit auslösen. Vor allem für geschwächte und alte Menschen, für Lungenkranke und Raucher ist es riskant, Wassernebel einzuatmen.

Das Duschverbot in dem Haus an der Kartäuserstraße gilt für alle Bewohner. Wie stark das Wasser mit Legionellen belastet ist, ist nicht bekannt. Das mehrstöckige Gebäude gehört zu einer Wohnanlage mit mehreren Häusern, die das Siedlungswerk auf dem ehemaligen Coats-Mez-Gelände gebaut hat. Sie wurden 2012 fertig gestellt.

Das Gesundheitsamt ist informiert

In Mehrfamilienhäusern müssen Betreiber das Warmwassersystem auf Legionellen untersuchen lassen. Ab 100 Kolonien bildender Einheiten pro 100 Milliliter müssen sie das Gesundheitsamt informieren und eine Gefährdungsanalyse machen lassen, zum Beispiel durch ein Labor. Gegenmaßnahmen zum Schutz der Bewohner sind zu treffen.

"Der Fall ist gemeldet", bestätigte Behördensprecher Hubert Fetterer für das Gesundheitsamt auf BZ-Anfrage. Die Hausverwaltung selbst war am Freitagnachmittag nicht mehr für eine Stellungnahme zu erreichen.

Was genau gegen die Bakterien getan werden muss, hängt vom Ergebnis der Analyse ab, erklärte Fetterer. "Pauschale Regeln gibt es nicht." So folge auch bei mehr als 10 000 Einheiten pro 100 Milliliter nicht immer ein Duschverbot. Solche hohen Werte würden oft in ungenutzten Bädern festgestellt, weil sich Legionellen in stehendem Warmwasser sehr gut vermehren. Und oft genüge es, die Abschnitte zu erhitzen und zu spülen.

Als hartnäckig erwiesen sich in den vergangenen Jahren Legionellen in Vonovia-Wohnblocks in Weingarten und Landwasser. Immer wieder stiegen die Werte über den Grenzwert an, zuletzt teils über 16 000 Kolonien bildende Einheiten pro 100 Milliliter.