Katholikinnen-Protest

Nächste "Maria 2.0"-Demo zur Bischofsweihe des Stadtdekans

Sina Schuler

Von Sina Schuler

Mo, 10. Juni 2019 um 12:34 Uhr

Freiburg

Die Katholikinnen machen weiter: Der Protest der Frauen aus der Maria-Magdalena-Gemeinde aus dem Rieselfeld wird fortgesetzt. Dies soll bei der Weihe des Stadtdekans passieren.

Die Frauen aus der Maria-Magdalena-Gemeinde in Rieselfeld wollen ihren Protest fortsetzen: Die nächste Demonstration ist Ende Juni geplant, wenn Stadtdekan Christian Würtz zum Bischof geweiht wird. Unterstützung bekommen die Katholikinnen von verschiedenen Seiten.

"Wir tragen unseren Protest beharrlich dorthin, wo er hingehört: zu den Männern im Ordinariat"

Schon im Mai hatten Frauen vor dem Münster demonstriert – das wollen sie am 30. Juni wiederholen. "Wir tragen unseren Protest beharrlich dorthin, wo er hingehört: zu den Männern im Ordinariat", heißt es in einer Pressemitteilung der Freiburger Frauen, die sich der bundesweiten Aktion "Maria 2.0" angeschlossen haben. Nach BZ-Informationen will auch eine Gruppe von Pfarrern aus dem Diözesangebiet die Frauen unterstützen.

Mit der Demo soll das Engagement aber nicht vorbei sein: Ab dem 7. Juli wollen die Demonstrantinnen an möglichst vielen Sonntagen von 11 bis 11.30 Uhr vor dem Münster "kreative Mahnwachen" abhalten. In erster Linie fordern die Katholikinnen einen Zugang für Frauen zu Weiheämtern. Wie Eveline Viernickel, eine der zwölf Initiatorinnen der Maria-Magdalena-Gemeinde in Rieselfeld, berichtet, wollen sich die Frauen professioneller aufstellen. Gerade werde an einer Homepage gearbeitet, es seien Arbeitsgruppen gebildet worden. Den Antrieb weiterzumachen schöpften die Frauen vor allem aus der "enormen Unterstützung und Solidarität".

KjG hatte sich solidarisiert

So hatte sich unter anderem die Katholische junge Gemeinde (KjG) mit den Frauen solidarisiert (siehe untenstehendes Interview). Auch die Fachschaft Theologie hatte sich mit einem umstrittenen Plakat an der Universitätskirche, das Maria mit riesiger Vulva zeigt, zur Aktion bekannt. Dafür wurden die Studenten angezeigt. Noch immer prüft die Staatsanwaltschaft laut Sprecherin Martina Wilke die strafrechtliche Relevanz.

Zudem hatten sowohl die Frauen als auch Jugendliche dazu aufgerufen, an die Erzdiözese Briefe mit den Forderungen zu schreiben. Bisher sind laut Ordinariatssprecher Michael Hertl rund 500 E-Mails, Postkarten und Briefe eingegangen – ungetrennt nach Zuschriften, die die Forderungen der Aktion unterstützen und solchen, die sie ablehnen. Der bei Weitem größte Teil seien Standardtexte – was wiederum für die vorgefertigten Unterstützungsschreiben spricht.

Ordinariat will alle Zuschriften beantworten

Das Ordinariat will alle Zuschriften beantworten – wie die Antwort lautet, ließ der Sprecher auch auf Nachfrage offen. Erzbischof Stephan Burger hatte sich bislang nur vage zur Öffnung des Priesteramts für Frauen geäußert. Er könne nichts ändern, ließ er mitteilen. Auch Dompfarrer Christian Würtz gibt keine Stellungnahme zur geplanten Demo am Tag seiner Bischofsweihe ab.

Demo "Ohne mich!" am Sonntag, 30. Juni, ab 16.30 Uhr vor dem Freiburger Münster

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