Sitzung

Ebneter Rat diskutiert nicht-öffentlich Standorte für Einfachwohnungen

Jelka Louisa Beule

Von Jelka Louisa Beule

Fr, 22. März 2019 um 13:25 Uhr

Freiburg

Die geplanten Einfachwohnungen in Ebnet sorgen weiter für Wirbel. Viele Bürger fürchten, dass sie bei diesem Thema übergangen werden, da der Ortschaftsrat hinter verschlossenen Türen tagte.

Drei Standorte statt einem: Das hatte Ebnets Ortsvorsteher Bernhard Sänger in der vergangenen Woche zum umstrittenen Thema Einfachwohnen angekündigt. Zunächst wolle er jedoch den Ortschaftsrat informieren. Das hat Sänger am Mittwochabend auch getan – allerdings nicht-öffentlich. In der Sitzung kritisierten Bürger, dass die Geheimniskrämerei weitergehe. Nach BZ-Informationen handelt es sich bei den drei Standorten um Flächen in den Baugebieten "Alter Sportplatz" und "Hornbühl-Ost" sowie ein Grundstück an der Steinhalde.

Infoveranstaltung in Ebnet auf den 8. April verschoben

Die geplanten Einfachwohnungen, die die Stadtverwaltung für Flüchtlingsfamilien und andere Bedürftige in den Ortsrandlagen von Ebnet, Munzingen und St. Georgen errichten möchte, erhitzen weiter die Gemüter. In Ebnet hätte eigentlich am Montag eine Infoveranstaltung stattfinden sollen, die jedoch auf den 8. April verschoben wurde. Hintergrund ist, dass noch Alternativen gesucht werden. Welche Flächen dafür in Ebnet im Gespräch sind, wolle er zunächst dem Ortschaftsrat berichten, hatte Ortsvorsteher Sänger (CDU) gegenüber der BZ gesagt. Entsprechend proppenvoll war der Ratssaal bei der Sitzung am Mittwochabend – doch Infos zum Einfachwohnen gab es für die Zuhörer nicht.

"Allen Beteiligten war und ist wichtig, dass die Öffentlichkeit in die weitere Planung einbezogen wird." Rathaussprecher Toni Klein
Sänger berichtete lediglich, dass der städtische Rechtsamtsleiter Matthias Müller in der vorangegangenen nicht-öffentlichen Sitzung anwesend gewesen sei und sich alles "auf einem guten Weg" befinde. Das erzürnte die Anwesenden. Die bisherige "intransparente Informationspolitik" werde weitergeführt, beschwerte sich eine Frau. Ein Mann fürchtete, dass die Stadtverwaltung am 8. April ein fertiges Konzept präsentieren werde – von Mitsprache könne keine Rede sein. Dass der Ortschaftsrat nicht-öffentlich debattiert hat, sei "nicht nachvollziehbar", meinte am Tag nach der Sitzung auch Hermann-Josef Wolf (Freie Wähler Ebnet) gegenüber der BZ, während Gabriele Hoferichter (Forum Ebnet) das Vorgehen okay fand. Die Stadtverwaltung teilte auf Nachfrage mit, dass es in dem Gespräch um inhaltliche Aspekte und den Ablauf der Infoveranstaltung gegangen sei. "Allen Beteiligten war und ist wichtig, dass die Öffentlichkeit in die weitere Planung einbezogen wird", betonte Rathaussprecher Toni Klein.

Das Forum Ebnet hatte in der Ortschaftsratssitzung im Februar Teile des Baugebiets "Alter Sportplatz" als Alternativfläche für die Einfachwohnungen ins Gespräch gebracht, anstelle von dort geplanten Reihenhäusern und Doppelhaushälften. Auch die Gemeinderatsfraktionen von SPD und Grünen befürworten dies. Nach BZ-Informationen steht das nun tatsächlich zur Debatte, genauso wie Grundstücke im Baugebiet "Hornbühl-Ost" am östlichen Ortsausgang. Als dritter Einfachwohnen-Standort ist – statt eines großen Areals in zweiter Reihe hinter der Straße Steinhalde – nun das letzte Baugrundstück neben dem Haus Steinhalde 120 angedacht. Das bestätigte Johannes Kienzler, der Pfarrer der Kirchengemeinde Freiburg-Ost, der das Grundstück gehört, der BZ. Die Fläche ist aktuell als Garten verpachtet.

Neuer Haltestellenstandort soll für ein Jahr im Probelaug getestet werden

Das Baugebiet "Alter Sportplatz" stand zwar auch auf der Tagesordnung des öffentlichen Sitzungsteils, allerdings ging es nur um die Erschließung. Das dazugehörige Infopapier winkte der Rat ohne Diskussion einstimmig durch. Keine Debatte gab es auch zu den Mitteln für den Bauunterhalt der Stadt Freiburg.

Neben dem Thema Einfachwohnen bewegte die Ebneter in der Bürgerfrageviertelstunde die Verlegung der Bushaltestelle "Zartener Straße" von der Hurstbrunnen- in die Hornbühlstraße. Damit soll der neue Sportplatz am östlichen Ortsausgang besser angebunden werden. Am neuen Standort hielten sich aber durch einen Spielplatz viele Kinder auf, das sei gefährlich, meinten Bewohner. Ortsvorsteher Sänger erklärte, dass der neue Haltestellenstandort zunächst für ein Jahr im Probelauf getestet werden soll, um zu schauen, ob er sich bewähre.
Sitzungsdauer: 45 Minuten

Teilnehmer: elf von zwölf Räten

Zuhörer: 23

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