Zu Hause wurde Klartext geredet

Julia Littmann

Von Julia Littmann

Di, 31. März 2009

Freiburg

LEUTE IN DER STADT: Renate Citron-Lais, Tochter einer Jüdin und eines Nicht-Juden, wuchs mit viel Vertrauen und Optimismus auf.

Die Erschütterung an diesem klammen Sonntagmittag rührt an einer Erinnerung, die für Renate Citron-Lais 68 Jahre zurückliegt. Die rollende Ausstellung "Zug der Erinnerung" fährt, gezogen von einer Dampflok, auf Gleis 8 im Freiburger Hauptbahnhof ein, dem Bahnhof, von dem aus im Oktober 1940 der Zug abfuhr, mit dem Renate Lais’ jüdische Großmutter zusammen mit 350 anderen Freiburger Juden und Sinti nach Gurs deportiert wurde. Der Abschied von der geliebten Großmutter war ein Abschied für immer.

Die damals 14-jährige Renate Lais verliest, nun 82-jährig, aus einem Brief ihres Vaters Robert Lais dessen Eindrücke aus den Tagen dieser Deportationen. Es sind unter anderem die klugen und kritischen Beobachtungen dieses wachen Demokraten, die für die Freiburgerin Renate Lais lebensprägend waren. Zu Hause am Goetheplatz wurde auch in ihrer Gegenwart jederzeit offen – und jederzeit regimekritisch – geredet. Schon als sie eingeschult wurde, sagt Renate Lais, testeten die Eltern, ob ihre Tochter "dichthalten" könne, ob sie in der Lage sein würde, die ...

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