Spendenbilanz

Freiburger BZ-Weihnachtsaktion endet mit sehr gutem Ergebnis

Anja Bochtler

Von Anja Bochtler

Fr, 14. Januar 2022 um 22:01 Uhr

Freiburg

Bei der Aktion Weihnachtswunsch kamen diesmal insgesamt 462 855 Euro zusammen – das ist das zweitbeste Ergebnis aller Zeiten. Besonders viele Spenderinnen und Spender gaben 100 bis 200 Euro.

Als Erstes ein großes Dankeschön: Bei der Aktion Weihnachtswunsch kamen diesmal 462 855 Euro zusammen. Das ist die zweithöchste Summe nach dem Rekordergebnis vom vergangenen Jahr im ersten Corona-Winter. Im Vergleich zum Vor-Corona-Jahr 2019 wurde die Spendensumme um 100 000 Euro übertroffen.

Die Auktion und alle Benefizaktionen sind wegen Corona wieder weggefallen. Dass trotzdem so eine große Summe zusammenkam, war dringend nötig: Die Zahl der Menschen, die Anträge auf Unterstützung gestellt haben, hat weiter zugenommen. Außerdem wurden die Summen der kleinen Zuschüsse von früher 50 auf 70 Euro für Einzelne (sowie weitere 40 Euro für jede weitere Person in einem Haushalt) etwas erhöht. Und auch deutlich größere Summen wurden in einigen Einzelfällen ausbezahlt, erzählt Kerstin Schlechtendahl vom Deutschen Roten Kreuz (DRK), das die Aktion Weihnachtswunsch immer zusammen mit der BZ organisiert: Unter anderem gingen 800 Euro an eine Familie, die durch einen Wohnungsbrand alles verloren hatte.

Die Zahl der Anträge steigt und steigt

4708 Anträge gingen ein – 341 mehr als im Vorjahr. Die meisten wurden über soziale Einrichtungen, Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter oder Betreuungspersonen eingereicht; diese Tendenz verstärkt sich immer mehr. Die Zahl der Menschen, die selber einen Antrag ausgefüllt haben, geht kontinuierlich leicht zurück. Nicht alle, aber mit 3813 die allermeisten Anträge wurden nach der Prüfung durch das DRK-Team bewilligt. Viele von denen, die Unterstützung beantragen, machen das Jahr für Jahr: Denn ihre finanzielle Situation ändert sich nicht mehr, weil sie zu alt oder zu krank zum Arbeiten sind oder nach langer Arbeitslosigkeit schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt oder schlecht bezahlte Jobs haben. Das zeigt sich an Kerstin Schlechtendahls Auswertung zu den Hintergründen der Menschen: 35 Prozent der Antragstellenden leben ausschließlich mit Arbeitslosengeld II. 39 Prozent arbeiten, verdienen aber so wenig, dass sie mit Alg II aufstocken müssen. 44 Prozent beziehen wegen Krankheit oder Alter eine Rente oder die Grundsicherung, manche davon auch beides, wenn die Rente so mager ist, dass sie mit Grundsicherung aufgebessert werden muss.

Die Begünstigten leben oft allein und sind krank

Wie immer war auch diesmal die Zahl der Menschen, die mit mindestens einer Erkrankung leben, sehr hoch: 42 Prozent gaben an, dass sie wegen einer Krankheit eingeschränkt sind. Ebenfalls wie immer typisch war der hohe Anteil an Alleinlebenden: mit 61 Prozent sind sie die bei weitem größte Gruppe. 15 Prozent sind alleinerziehend, 10 Prozent haben keine Wohnung – diese Zahl steigt seit Jahren leicht an.

Auch bei den Menschen, die spenden, gibt es Merkmale, die seit Jahren ähnlich sind: Besonders beliebt sind Summen zwischen 50 und 200 Euro. Die meisten lagen zwischen 100 und 200 Euro. 1118 Spenderinnen und Spender haben sich für einen Betrag in diesem Spektrum entschieden. Dicht darauf folgen 1080 Spenden mit Beträgen zwischen 50 und 100 Euro. Außerdem haben 850 Menschen zwischen 10 und 50 Euro gespendet. 426 Beträge lagen zwischen 200 und 500 Euro, 150 Spenden über 500 Euro.