Fall Maria Ladenburger

Freiburger Mordprozess: Gericht spricht Höchststrafe für Hussein K. aus

Carolin Buchheim

Von Carolin Buchheim

Do, 22. März 2018 um 13:01 Uhr

Freiburg

Das Landgericht Freiburg verhängt die höchstmögliche Strafe: Der im Mordprozess Maria Ladenburger angeklagte Hussein K. muss lebenslang in Haft. Er wurde nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt.

Das Wichtigste: Hussein K. wurde des Mordes und der besonders schweren Vergewaltigung für schuldig befunden. Die Kammer sah das Mordmerkmal der Verdeckung für erfüllt. Seine Strafe ist lebenslange Haft. Weil das Gericht die besondere Schwere der Schuld festgestellt hat, wurde, kann er frühestens nach 15 Jahren freigelassen werden, sofern dann keine Gefahr mehr für die Öffentlichkeit ausgeht. Die Anordnung der Sicherungsverwahrung wurde vorbehalten. K. wurde nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt. Das Gericht schätzt ihn als zur Tatzeit klar über 18, aber nicht sicher ausschließend über 21 ein und wertete ihn somit als Heranwachsenden. Hussein K.s Verteidiger Sebastian Glathe kündigte an, die Revision des Urteils zu beantragen.
11:00 Uhr: Zur Urteilsverkündung ist viel los im Landgericht Freiburg: Der Andrang an Zuschauern und Medienvertretern ist groß. Um 8 Uhr steht eine lange Schlange an Zuschauern in der Salzstraße – allerdings deutlich weniger als beim Prozessauftakt im September. Im Publikum sitzt auch Soko-Chef David Müller, der die Ermittlungen in diesem Fall geleitet hat. Die Eltern von Maria Ladenburger sind – wie an allen Tagen im Prozess nicht gekommen, sondern lassen ihre Interessen durch ihren Anwalt Bernhard Kramer wahrnehmen.
Namensnennung
Die Badische Zeitung nennt üblicherweise bei Verbrechen keine Namen von Tätern, ganz zu schweigen von Tatverdächtigen, sie nennt aus Respekt vor den Opfern und deren Angehörigen aber auch keine vollständigen Namen der Opfer. Daher wurde im Mordfall an der Dreisam bislang stets der Name der getöteten Studentin mit Maria L. angegeben. Nun haben deren Eltern und Geschwister in Zusammenarbeit mit der Universität Freiburg eine Stiftung eingerichtet, die auch ein Vermächtnis ist. Sie haben dieser in Erinnerung den Namen Maria-Ladenburger-Stiftung gegeben. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, den Namen des Mordopfers zu nennen.
Ohne großes Vorgeplänkel beginnt die Urteilsverkündung im Mordprozess gegen Hussein K. Die Vorsitzende Richterin beginnt: "Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil." Hussein K. ist des Mordes und der besonders schweren Vergewaltigung schuldig. Seine Strafe ist lebenslange Haft, die besondere Schwere der Schuld wird festgestellt. Die Anordnung der Sicherungsverwahrung wird vorbehalten. Als Mordmerkmal wird die Verdeckung der Sexualstraftat angenommen.

Bei der Tat habe der Angeklagte das 18. Lebensjahr sicher vollendet, das 21. jedoch nicht sicher vollendet. Das Gericht habe keine Entwicklungsverzögerungen feststellen können. "Daher wurde Erwachsenenstrafrecht angewendet." Da keine Wiedereingliederung zu erwarten sei, lautet die Strafe lebenslang.

"Nach allem, was wir heute wissen, hätte kein Gesetz, keine bessere Ausstattung der Polizei, keine andere Betreuung des Angeklagten diese Tat verhindert." Vorsitzende Richterin Kathrin Schenk "Der Prozess wurde von allerlei Stör- und Hintergrundgeräuschen begleitet", sagt Richterin Schenk und spricht über die Politisierung des Mordes von Maria Ladenburger. "Nach allem, was wir heute wissen, hätte kein Gesetz, keine bessere Ausstattung der Polizei, keine andere Betreuung des Angeklagten diese Tat verhindert." Die Tat sei nicht von einem Ausländer, einem Flüchtling, einem unbegleiteten minderjährigen Flüchtling, einem Mann verübt worden – sondern von einem Menschen. "Von Ihnen, ...

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