Fest im Peterhof

Freiburgs indische Gemeinschaft feiert den 73. Unabhängigkeitstag

Fabian Vögtle

Von Fabian Vögtle

Mo, 19. August 2019

Freiburg

Ein Hauch von Bollywood wehte am Samstag durch den Peterhofkeller. Den 73. Unabhängigkeitstag würdigten in Freiburg und der Region lebende Inderinnen und Inder mit einem bunten Fest.

Der Generalkonsul hielt eine staatsmännische Rede und der Erste Bürgermeister Ulrich von Kirchbach hisste die indische Flagge. Die Gruppe "India in Freiburg" ist gerade dabei einen Verein zu gründen.

In leuchtend gelben, grünen, orangenen, roten und weißen Kleidern – Kurta und Pyjama – stehen sie auf der Bühne und singen stolz ihre Nationalhymne. "Das ist für uns ein besonderer Tag" sagt Chintan Chhatbar, Post-Doktorand an der Uniklinik. Er ist mit seinem dreijährigen Sohn Aayan und seiner Frau Salma Pathan-Chhatbar gekommen. Die Familie zog Anfang des Jahres nach Freiburg, zuvor lebte sie in Hannover. Dort engagierte sich Salma schon als Vizepräsidentin des indischen Vereins und organisierte unter anderem Kulturveranstaltungen. Die 32-Jährige wünscht sich, dass die indische Community auch in Freiburg bald mit einem Verein sichtbarer wird.

Für Kumar Abhishek, der mit einem Bundeskanzler-Stipendium für angehende Führungskräfte als Ingenieur nach Deutschland kam, bietet eine Vereinsgründung die Voraussetzungen, auch mit finanzieller Unterstützung künftig besser zu planen und etwa Räume mieten zu können. "Wir sind motiviert, in Freiburg was auf die Beine zu stellen", sagt er. Die Feier am Samstag war für den Hauptorganisator eine erste Bewährungsprobe. Aus München war Generalkonsul Sugandh Rajaram angereist. Er verwies in seiner Rede auf die Bedeutung der Unabhängigkeit als fortwährenden Prozess zu "New India". Gerade Baden-Württemberg sei für die Wirtschaft des Landes ein sehr wichtiger Partner. Freiburgs Erster Bürgermeister Ulrich von Kirchbach – als Ehrengast geladen – wünschte eine positive Entwicklung für die konfliktbeladene Kashmir-Region und hisste die indische Flagge. Mit rund 700 Bürgerinnen und Bürgern sei die indische Gemeinschaft in Freiburg in seiner Statistik mittlerweile schon an die 17. Stelle aufgerückt. Neben kleinen Zeremonien wie Raksha Bhandhan, bei dem Mädchen und Frauen ihrem Bruder ein gesegnetes Band um die Hand legen, gab es traditionelle Tänze und aus Bollywood-Filmen bekannte Musik. Die Talente, darunter ein dreijähriges Mädchen, zeigten, was ihre Kultur ausmacht.

Von der Performance ihrer jungen Landsleute waren auch Anjan Bhat (30) und Shabratha Koralagundi (28) begeistert. Das Paar kam zum Studium der Mikrosystemtechnik nach Freiburg. Mittlerweile entwickelt er in einem Start-up Mikropumpen, sie arbeitet in einer Biosensor-Firma. Vergangenes Jahr haben sie sich am Unabhängigkeitstag, der bereits am 15. August ist und an das Ende der britischen Kolonialherrschaft erinnert, mit ein paar Freunden getroffen und gegessen. Dass es nun erstmals eine große Feier für die indische Gemeinschaft und alle Indien-Fans anderer Nationalitäten gibt, freut sie sehr. "Das ist ein tolles Gefühl, hier zu sein", sagen sie unisono und gehen zum duftenden Buffet über.