Erfahrungsberichte

Freiheit im Fahrtwind: Vier Menschen erklären ihre Liebe zum Fahrrad

Jannik Jürgens und Andreas Strepenick

Von Jannik Jürgens & Andreas Strepenick

Mo, 01. Juni 2020 um 15:14 Uhr

Radsport

BZ-Plus Für die einen bedeutet Radfahren Freiheit, die anderen gehen damit an ihre Grenzen oder lernen diese damit sogar schmerzhaft kennen: Zum europäischen Tag des Fahrrads porträtieren vier Verehrer des Rads.

Nichts ist vergleichbar mit der einfachen Freude, Rad zu fahren. Dieses Zitat wird John F. Kennedy zugeschrieben, und wer jemals auf einem Fahrrad gesessen hat – und das haben glücklicherweise viele Menschen –, wird den einstigen US-Präsidenten verstehen. Wenn der Fahrtwind um die Nase tanzt und die Kette surrt, dann wird der Geist frei. Mit jedem Tritt ins Pedal wird ein Problem kleiner und das Herz öffnet sich ein kleines Stück weiter. Ein Fahrrad, das ist pures Glück auf Rädern und vielleicht die größte Erfindung der Menschheit.

Für manche Menschen bedeutet es sogar noch mehr: Lebensinhalt, Liebe, Schönheit und Freiheit. Zum europäischen Tag des Fahrrads in der kommenden Woche porträtieren wir vier Menschen aus Südbaden, die eine besondere Beziehung zum Rad haben. Dass die französische Nichtregierungsorganisation Attac den Tag einst ins Leben rief, um auf Probleme durch motorisierten Verkehr aufmerksam zu machen, und dass Radfahren umweltfreundlich, gesund und sozial verträglich ist – das versteht sich von selbst.

Sozan Ido Badir
Als die Irakerin Sozan Ido Badir nach Tausenden Kilometern der Flucht in Deutschland angekommen war, gab es drei Dinge, die sie so schnell wie möglich lernen wollte: Radfahren, Deutschsprechen und Schwimmen. In genau dieser Reihenfolge.

Die 32-Jährige wohnt in einem Hochhaus des Freiburger Stadtteils Weingarten. Neben dem mehrgeschossigen Gebäude steht ein Fahrradschuppen. Ido Badir geht hinein und kommt mit einem kleinen, etwas in die Jahre gekommenen Damenrad wieder heraus. Sie setzt den Helm auf und strahlt: "Radfahren bedeutet für mich, frei zu sein", sagt sie. Die Hände der Frau sausen dabei in die Luft, wie eine Dirigentin das macht, wenn sie dem Orchester signalisiert: Jetzt geht es los. Und das geht es dann, auf zwei Rädern, vorbei an parkenden Autos und diskutierenden Männern. Das Tempo ist gemächlich, so bleibt Luft zum Reden. "Ich wollte immer schon Radfahren. Das war mein Traum.", sagt Ido Badir. Geboren und aufgewachsen ist sie in einer Kleinstadt nahe ...

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