Bilanz

Fusion zur Volksbank Breisgau-Markgräflerland zahlt sich aus

Volker Münch

Von Volker Münch

Fr, 07. Juni 2019 um 16:42 Uhr

Müllheim

Bei der ersten Vertreterversammlung seit der Fusion zeigen sich die Verantwortlichen der Volksbank Breisgau-Markgräflerland zufrieden mit der Arbeit und den Zahlen.

Es war die erste und eine sehr harmonische Vertreterversammlung der im vergangenen Jahr zur Volksbank Breisgau-Markgräflerland fusionierten Genossenschaftsbank. Weil es für die Bank deshalb ein ganz besonderes Geschäftsjahr war, legte Vorstandsvorsitzender Norbert Lange seinen Fokus auf den Stand der Fusion. Das Ergebnis: Die Fusion sei gelungen, die Kosten dazu bereits weitgehend erwirtschaftet und das Geldinstitut zukunftssicher aufgestellt. Die Volksbank erhielt den uneingeschränkten Prüfungsvermerk des Baden-württembergischen Genossenschaftsverbandes.

Durch die Fusion nahm die Zahl der Vertreter zu, sodass der große Saal des Bürgerhauses praktisch bis zum letzten Platz belegt war. Sowohl der Vorstandsvorsitzende Norbert Lange als auch der Aufsichtsratsvorsitzende Artur Kraus und mit ihnen die weiteren Repräsentanten der beiden Gremien waren ob der Premiere für die fusionierte Volksbank auch etwas nervös.

Motto "Es passt einfach" hat sich bestätigt

"Es war für uns ein ganz besonderes Geschäftsjahr", stellte Lange fest. Obwohl die Fusion zwischen den beiden Banken Breisgau-Süd und Müllheim "auf Augenhöhe" bereits umgesetzt sei, arbeiten laut Lange Vorstand und Mitarbeiter in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat an ersten konzeptionellen Überlegungen für die künftige Weiterentwicklung der Genossenschaftsbank. Das Motto der Fusion "Es passt einfach" habe sich im Rückblick bestätigt, so der Volksbank-Chef.

Mit großem Engagement hätten die Mitarbeiter am Zusammenwachsen der beiden Volksbanken und an der Neuausrichtung gearbeitet und dabei auch noch das fusionierte Institut auf die Erfolgsspur gebracht, bedankte sich Lange bei seinem Mitarbeiterteam. Das sei mit einem extrem schlanken Budget gelungen, nachdem "die allermeisten Themen selbst, also ohne teure externe Dienstleister gemeistert wurden", sagte er. Im Kern beliefen sich die Fusionskosten auf etwa 900 000 Euro, die sich in Leistungen für die Zusammenführung der Datenbestände, in Notargebühren und in die anfallende Grunderwerbssteuer für die Immobilien der übergebenden Volksbank Müllheim aufteilen. "Diese Kosten konnten wir bereits weitgehend kompensieren", freute sich der Vorstandsvorsitzende. Die Synergien im Personalbereich, also den Stellenabbau, habe man über altersbedingtes Ausscheiden und über eine natürliche Fluktuation erreicht, ohne Kündigungen, betonte Norbert Lange.

Investitionen in die beiden Regionalzentren werden geprüft

Es sei gelungen, ein operatives Ergebnis zu erwirtschaften, das deutlich über dem Verbandsschnitt des Baden-württembergischen Genossenschaftsverbandes liege. Dabei habe man an der Philosophie festhalten können, die Nähe und das Vertrauensverhältnis zu den Kunden mit einer Bündelung und Erweiterung der Beratungskompetenz in den beiden Regionalzentren Müllheim und Bad Krozingen wie auch in den Hauptfilialen Neuenburg und Breisach und den 14 weiteren Filialen zu gewährleisten. Zurzeit würden Investitionen in die beiden Regionalzentren geprüft, um dort die jeweilige Infrastruktur noch zu optimieren. Mit der Fusion sei auch die Zahl der Dienstleistungen erhöht worden. Dazu gehöre das bereits angekündigte öffentliche WLAN, vernetzt über mehrere Kommunen im Geschäftsbereich. In einer zweiten Ausbaustufe soll das drahtlose Netz auch Marktplatz für Handel, Gewerbe, Tourismusbranche und Gemeinden sein.

Am Ende seines Vortrages machte Lange deutlich, dass seine Volksbank aufgrund der neuen Größe und Wettbewerbsfähigkeit für die Zukunft gut aufgestellt sei. Der Vizevorsitzende des Bankvorstandes, Jörg Dehler, wollte aber nicht verschweigen, dass die erfreuliche Entwicklung in den Folgejahren als Folgen der weltweiten politischen und wirtschaftlichen Unsicherheiten und der Geldpolitik der EZB vermutlich nicht erreicht werden könne.
Daten und Zahlen

Die Genossenschaftsbank zählt, laut stellvertretendem Vorstandsvorsitzendem Jörg Dehler, 38535 Kunden. Tatsächlich nahm trotz neu hinzugewonnenen Mitgliedern die absolute Zahl ab. Der Grund: Einige waren vor der Fusion bei beiden Volksbanken Mitglied.

Die Bilanzsumme habe sich um 2,7 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro erhöht und mache das Geldinstitut zu einer der 25 größten Genossenschaftsbanken in Baden-Württemberg.

Das betreute Kundenvolumen stieg auf über 3,3 Milliarden Euro, die Gesamteinlagen stiegen auf 1,4 Milliarden Euro. Wegen der anhaltenden Niedrigzinsphase sei das Kreditgeschäft auf über 1,3 Milliarden Euro angewachsen. Es sei gelungen, die Eigenkapitalausstattung spürbar auf nunmehr knapp 191 Millionen Euro zu erhöhen, berichtete Dehler.

Ferner erwirtschaftete die Volksbank einen Zinsüberschuss, der 2018 bei 34,4 Millionen Euro lag.

Der Jahresüberschuss beläuft sich auf 3,13 Millionen Euro, der Bilanzgewinn selbst beträgt 2,52 Millionen Euro, aus dem eine Dividende von 4,25 Prozent, also 539 516 Euro, an die Mitglieder ausgeschüttet werden soll.