Galgenfrist für ältere Diesel in der Eurométropole

teli

Von teli

Mo, 30. November 2020

Ortenau (Aufmacher)

Das zum 1. Januar geplante Fahrverbot für Fahrzeuge, die keine Crit’Air-Plakette mehr bekommen, ist vorerst ausgesetzt.

Auf dem Gebiet der Eurométropole wird es zum 1. Januar kein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge und Pkw älterer Baureihen geben. Das noch von der alten Führung von Stadt und Eurométropole getragene und von den entsprechenden Gremien beschlossene Vorhaben soll nun noch einmal genauer unter die Lupe genommen werden. Das hat die Präsidentin der Eurométropole, Pia Imbs, bei einer Veranstaltung mit dem Presseclub angekündigt. Die Einrichtung einer Zone à faibles émissions (ZFE = Zone niedriger Emissionen) hätte bedeutet, dass vom ersten Januar an alle Fahrzeuge, die aufgrund ihres Alters und damit ihres Schadstoffausstoßes keine Crit’Air-Plakette bekommen können, auf dem Gebiet der Eurométropole nicht mehr hätten fahren dürfen. 2022 sollten dann die Autos mit einer Crit’Air-5-Klassifizierung mit einem Fahrverbot belegt werden und so weiter. 2025 wären dann nur noch Fahrzeuge mit Plaketten ab Crit’Air 2 aufwärts zugelassen gewesen, wenn es nach dem alten Straßburger Gemeinderat gegangen wäre.

Der alte Rat der Eurométropole hatte die Fahrverbote bis 2030 gestreckt. Die neue Straßburger Oberbürgermeisterin Jeanne Barseghian hatte sich im Wahlkampf für die Einhaltung des engeren Zeitplans der Stadt Straßburg ausgesprochen, ist inzwischen jedoch wohl auf die Linie der Eurométropole eingeschwenkt. Am Ende sind es nämlich die Bürgermeister der 33 Mitgliedsgemeinden, die für ihre Territorien die Fahrverbote erlassen müssen.

Problematisiert wird bei den Plänen, dass es oft gerade sozial schwächere Haushalte sind, die alte Fahrzeuge nutzen und die sich kein neueres leisten können. Auch ist nicht wirklich klar, welches andere Fortbewegungsmittel Betroffenen angeboten werden könnte.

Über diese Fragen will Pia Imbs am 4. Dezember mit den Bürgermeistern der Gemeinden der Eurométropole sprechen. Außerdem soll es zu diesem Thema eine Bürgerbeteiligung geben.