GANZ NEBENBEI: Schipp-schipp

Bernd Fackler

Von Bernd Fackler

Sa, 16. Januar 2021

Elzach

Oh, ein Winter, wie er früher einmal war? Schaut ja ganz so aus. Auf jeden Fall schneit(e) es in dieser Woche kräftig, nicht nur auf den Bergen, auch in den Niederungen von Elz- und Simonswäldertal. Das "Zweitälerland" wird weiß, je höher, je weißer. Und ein alter Schwarzwälder Volkssport kommt damit zu Ehren: Schnee wegräumen! Jung und Alt und erst recht die Gemeindebauhöfe sind fleißig dabei. Und eigentlich gäbe es bei so einem Wintereinbruch jetzt bei allen nur ein Gesprächsthema: Der Schnee, das Wetter. Eigentlich. Wäre da nicht noch dieses Andere, von dem fast seit einem Jahr wirklich alle reden und was man nicht so einfach mit der Schneeschaufel beiseite schieben kann. Trotzdem: Der Schnee muss weg vor Haustüren, von Straßen, auf Parkplätzen – wir grüßen alle fleißigen Räumer im Tal und auf der Höh’ eiskalt mit einem dreifach kräftigen "Schipp-schipp, hurra!"

Narri-narro

Es ist immer dasselbe am "Friddig nach Dreikönig" in Waldkirch: Man ist noch in der Redaktion und, aha, kurz vor "halber Siebeni" hört man sie schon: Die kleine Krakeelia-"Prozession": Büttel, Hemdglunker, Kläpperlegeneral, Narrenräte, Vogt, Musik. Sie kommen den dunklen Marktplatz runter, wo die Weihnachtsbeleuchtung noch hängt und der große Christbaum noch steht. Sie laufen vorbei am Polizeirevier und am "Bayersepple" und biegen in den Rathaus-Innenhof ein, wo Ehrenrat Albert Bayer auf der Drehorgel die Narrenmärsche intoniert und die Büttel die Fasnet ausrufen. Und wie war’s 2021? Corona erzwang eine "stille Messe": Kein Aufmarsch, kein Narrenmarsch, kein Mensch, keine Drehorgel, kein anderes Bier... Alles, was dasselbe war die Jahre zuvor, waren der dunkle Marktplatz mit Weihnachtsbeleuchtung und Christbaum. O.k., auch das "Bayersepple" und das Polizeirevier haben sich nur wenig verändert: Das eine wie alle Wirtschaften geschlossen, das andere zeigt sich mit frischer Fassadenfarbe. Tja, was bleibt da noch zu sagen? Nicht viel, aber trotzdem "Narri, narro!"

Hopp-hopp

Die Worte zum Wochenende: "Suche das Glück als Leben in Freude und Lust ohne Schmerzen und Unruhe". Der schöne Satz stammt nicht von einem Fasnachtsfan, sondern vom Philosophen Epikur. Der lebte im antiken Griechenland von 341 bis 270 vor Christus – also zu einer Zeit, als es vermutlich selbst im Elztal erst ganz wenige Narrenzünfte gab. Aus aktuellem Anlass darf Epikur hier noch was Gutes sagen: "Ein einziger Grundsatz wird Dir Mut geben: Dass kein Übel ewig währt, ja nicht einmal sehr lange dauern kann." Wir erlauben uns, aus dem Schwarzwald zu ergänzen: "Ha, des wär’ wirklich sauguet! Ja, dann aber hopp-hopp!"