Gebäude im Kirchenbesitz müssen nicht verkauft werden

Peter Meister

Von Peter Meister

Di, 22. Juni 2021

Laufenburg

Gutachten sieht Gemeindehäuser gut ausgelastet / Kritischer Denkanstoß zur Kostenoptimierung bei den sechs Pfarrhäusern.

. Mit der vom Ordinariat der Erzdiözese Freiburg den Kirchengemeinden auferlegten Gebäudekonzeption befassten sich Pfarrgemeinderat und Stiftungsrat der Seelsorgeeinheit in einer gemeinsamen Sitzung. Die Gebäudekonzeption steht im Zusammenhang mit dem Projekt "Kirchenentwicklung 2030", das die Bildung von zwei Großpfarreien in den Grenzen des jetzigen Dekanats Waldshut vorsieht.

Hintergrund ist der prognostizierte Rückgang der Kirchensteuereinnahmen, was dazu führen könnte, dass die finanziellen Mittel nicht mehr ausreichen, um die Kirchen und Kapellen sowie die Pfarr- und Gemeindehäuser instand zu halten und zu betreiben.

Mit der Gebäudekonzeption war ein Architekturbüro beauftragt, das die 25 Gebäude auf ihren baulichen Zustand begutachtete und im Hinblick auf die in den nächsten 30 Jahren zu erwartenden Investitionskosten, Rückstellungen für die Bausubstanzerhaltung sowie Unterhaltskosten bewertete. Die Bestandserhebung durch das Architekturbüro hat ergeben, dass nur wenige Gebäude einen erheblichen Sanierungsstau aufweisen, was für ein sorgsames und verantwortungsbewusstes Handeln der Stiftungsratsgremien in den vergangenen Jahren spricht. Dennoch belaufen sich die Instandsetzungskosten, die in den nächsten 30 Jahren entstehen, auf etwa 13,5 Millionen Euro, davon allein etwa 6,5 Millionen auf die Sanierung von Sakralgebäuden.

Mit Erleichterung haben Pfarrgemeinderäte, Stiftungsräte und das Pastoralteam zur Kenntnis genommen, dass die hohe Anzahl an Sakralgebäuden, deren Verbleib im Kircheneigentum für das Ordinariat unstrittig ist, und die wenigen sonstigen Gebäude mit einem hohen Sanierungskostenaufwand einen Verkauf nicht zwingend fordert. Zwar besteht nach den Vorgaben des Ordinariats ein rechnerischer Überschuss an Gemeindehausflächen, sodass die Kirchengemeinde einen größeren Teil aus Eigenmitteln decken muss. In dem Gutachten wird aber zugestanden, dass die Gemeindehäuser durch die weiten Entfernungen, den guten Gebäudezustand und der ebenfalls guten jährlichen Nutzung keinen Grund zur Veräußerung geben. Einen kritischen Denkanstoß zur Kostenoptimierung sieht das Architekturbüro darin, dass von sechs Pfarrhäusern nur zwei von Pfarrern bewohnt und in drei Pfarrhäusern Pfarrbüros eingerichtet sind.

Einig waren sich alle Beteiligten, dass das Gemeindeleben nicht leiden darf. Wenn Räume wegfallen, müsse anderweitig Ersatz geschaffen werden.