Gebremstes Baden im Corona-Sommer

Sebastian Wolfrum

Von Sebastian Wolfrum

Sa, 20. Juni 2020

Kirchzarten

Schwimmbäder dürfen seit zwei Wochen unter Auflagen wieder öffnen – das wird in der Region sehr unterschiedlich gehandhabt.

. Baden in Südbaden – das wird von Kommune zu Kommune sehr unterschiedlich gehandhabt. Seit dem 6. Juni dürfen Schwimmbäder wieder aufmachen – unter strengen Auflagen. Während manche Bäder in der Region bereits kurz darauf geöffnet wurden, wird andernorts gezögert oder die Badesaison ganz abgesagt.

Kirchzarten hat schnell entschieden. Schon Anfang Juni wurde bekanntgegeben: Das Dreisambad bleibt dieses Jahr geschlossen. Als Grund wurden die Auflagen des Landes für den Betrieb genannt, diese seien im Dreisambad nicht umsetzbar. Damit herrschte Klarheit – aber auch Unmut. Rund 200 000 Besucher kommen in das beliebte Bad im Dreisamtal pro Jahr. Inzwischen gibt es eine Online-Petition "Dreisambad öffnen!", die inzwischen rund 280 Online-Unterschriften gesammelt hat. Auch bei anderen Gemeinden kommt die Entscheidung nicht unbedingt gut an. Glottertals Bürgermeister Karl-Josef-Herbstritt etwa kritisiert, dass so der Besucherdruck auf Bäder in der Umgebung steige. Und das, obwohl Schwimmbäder weniger Besucher einlassen dürfen als sonst. Wie viele, das berechnet sich laut den Landesvorgaben anhand der Größe der Wasser- und Liegeflächen. Weniger Gäste bedeuten auch weniger Einnahmen für die oft teuren Einrichtungen, die meist von den Gemeindekassen bezuschusst werden müssen.

Viele Gemeinden und Badbetreiber feilten lange an einem Konzept, wie die Bäder trotz Corona geöffnet werden können. Manche Kommunen überlegen noch immer, das Thema steht vielerorts noch auf der Tagesordnung von Gemeinderäten. Andere haben schnell einen Weg gefunden. In Denzlingen steht etwa das Mach Blau, eines der größten Bäder der Region. Für die Öffnung des Bades gab es schon ein Konzept, bevor das Land seine Vorgaben vorstellte. Als diese bekannt wurden, wurde noch nachjustiert, am 15. Juni wurde das Bad geöffnet.

Um die Corona-Vorgaben einzuhalten, sind zum Teil kreative Lösungen entstanden. In Titisee-Neustadt werden etwa Linien in die Liegewiese gemäht für das Social-Distancing in Badehose auf dem grünen Schachbrettmuster. Das Badeparadies in Titisee setzt auf Technik. Es öffnet kommenden Freitag, die Dampfbäder bleiben zu, Tickets müssen über eine spezielle App online gebucht werden.

In Müllheim wurde am Freitag bekanntgegeben, wie das Freibad diesen Sommer genutzt werden darf. Hier wird eine Art Schichtbetrieb für Badelustige eingeführt. Besucher können je für vier Stunden in das Bad. Termine müssen vorab online reserviert werden. Am Beispiel aus dem Markgräflerland lässt sich zeigen, wie der Freibadbesuch sich 2020 verändert. Die Abstandsregeln gelten überall, es darf nur in Bahnen geschwommen werden, Trampolin und Beachvolleyball werden nicht mehr angeboten, Fußballspielen ist verboten. Security soll aufpassen, dass sich alle daran halten.

Eine Übersicht über Schwimmbäder der Region unter mehr.bz/baden2020