Gedenken an die Deportation

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 16. Oktober 2020

Lörrach

Diskussion und Feierstunde.

(BZ). Mit mehreren Veranstaltungen gedenkt Lörrach des 22. Oktober 1940, als über 6500 Juden aus Baden und der Saarpfalz nach Südfrankreich ins Internierungslager Gurs deportiert wurden. Viele von ihnen wurden später in Auschwitz und anderen Lagern ermordet.

Die Deportation von mindestens 52 Lörracher Juden nach Gurs war Teil einer organisierten Aktion der nationalsozialistischen Machthaber in den Gauen Baden und Pfalz, an deren Spitze Robert Wagner und Josef Bürckel standen. Innerhalb kürzester Zeit hatten sich die Juden auf dem Markt einzufinden und mussten dort unter den Augen vieler Lörracher auf Lastwagen steigen. Der Transport nach Gurs geschah unter unmenschlichen Bedingungen und dauerte mehrere Tage.

Auch vor dem Hintergrund aktueller antisemitischer Vorfälle hat die Stadt Lörrach eine Reihe von Veranstaltungen geplant, um an die Deportation der Juden im Jahr 1940 zu erinnern. Das Veranstaltungsprogramm sieht im Herbst einen Schwerpunkt auf der Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus vor. Im Zentrum stehen dabei zum einen eine trinational besetzte Podiumsdiskussion im Dreiländermuseum am 21. Oktober um 18 Uhr. Drei Historiker aus der Region beleuchten Facetten der Deportation: die Rolle der Schweizer Fremdenpolizei, die Politik der Vichy-Regierung und die Lage der jüdischen Bevölkerung im Elsass.

Zum anderen wird am 22. Oktober der Lörracher Gemeinderat in einer Gedenkstunde der Opfer der Deportation gedenken. Von 17 Uhr an präsentiert Stadtarchivar Andreas Lauble Fotos zur Lörracher Deportation samt historischer Einordnung. Im Frühjahr 2021 sind im Rahmen der "Wochen gegen Rassismus" weitere Veranstaltungen geplant, die sich auf die Situation jüdischen Lebens in Deutschland heute beziehen.