Gedimmter Lichterglanz

Hans-Peter Müller

Von Hans-Peter Müller

Fr, 30. September 2022

Bad Krozingen

Gemeinderäte in Bad Krozingen und Staufen diskutieren anstehende Energiesparmaßnahmen.

. Landauf landab geht es dieser Tage in den Kommunen um die Umsetzung der EnSikuMaV und der EnSimiMaV, der Verordnungen also, die die Bundesregierung zum Einsparen von Energie erlassen hat. Auch die Gemeinderäte in Bad Krozingen und Staufen befassten sich in dieser Woche damit. Den meisten Raum nahm dabei das Symbolthema Weihnachtsbeleuchtung ein.

Viel sparen lässt sich nämlich nicht, wenn man auf die Beleuchtung der Innenstädte in der Adventszeit verzichtet, da in beiden Städten die für die Beleuchtung verantwortlichen Gewerbevereine die Lichterketten auf stromsparende LED-Technik umgestellt haben.

Für Staufen wurde vorgerechnet, dass die gesamte Beleuchtung gerade mal 200 kWh Strom verbraucht, etwa so viel wie ein normaler Kühlschrank im Jahr, wie Heinz Ladener (ULS/Grüne) feststellte. Und das, obwohl in der historischen Altstadt traditionell an die 60 von Kitas, Schulen und Senioreneinrichtungen geschmückte Christbäume aufgestellt werden. Da diese ein Publikumsmagnet sind, tat man sich schwer, die Beleuchtung ganz abzusagen. Man kam letztlich überein, zu prüfen, ob man zugunsten der Christbaumbeleuchtung nicht die Straßenlaternen in der Altstadt, die bis dahin noch nicht auf LED umgestellt sind, abschalten kann. Ansonsten soll es eine abgespeckte Weihnachtsbeleuchtung für alle geben, deren Details der Gewerbeverein erarbeitet. Appelliert werden soll an Geschäftsinhaber, in ihren Läden Adventsbeleuchtung zu reduzieren und an alle Bürger, auf den zuletzt ausufernden "Wettbewerb der Weihnachtsbeleuchtung in den Gärten" zu verzichten.

In Bad Krozingen wurde beschlossen, dass die Weihnachtsbeleuchtung wie üblich aufgehängt wird, in diesem Jahr allerdings nur zu den tatsächlichen Zeiten von Weihnachts- und Christkindlemarkt angeschaltet wird und nicht darüber hinaus. Beleuchtete Christbäume der Stadt soll es nur zwei in der Kernstadt und je einen in den Ortsteilen geben und für diese prüft man den Einsatz von Solarpaneelen.

Daneben sehen die weiteren Maßnahmen beider Städte auch sehr ähnlich aus.

Die gerade erst zur Eindämmung des Coronavirus teuer angeschafften Luftreinigungsgeräte in den Schulen werden im Betrieb mindestens eingeschränkt (Staufen) oder ganz abgeschaltet, was in Bad Krozingen zur Nein-Stimme von Ulf Ortner (Grüne) bei der wie in Staufen ansonsten einstimmigen Abstimmung über die Maßnahmen führte.

Die Straßenbeleuchtung wird jeweils so weit gedimmt, wie es die Verkehrssicherheit zulässt. Öffentliche Gebäude inklusive der Staufener Burg werden nachts nicht mehr illuminiert. Wegen der möglichen Legionellen-Probleme erst genauer geprüft wird die zeitweise Abschaltung (Staufen) oder gar komplette Sperrung (Bad Krozingen) der Duschen in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden.

Überall werden in städtischen Gebäuden die Heizungen überprüft, gewartet und für eine mittelfristige Änderung der Heizart weg vom Gas untersucht.

Dass man die Büros in den Rathäusern getreu der Verordnung auf 19 Grad runterregeln müsse, fand Staufens Bürgermeister Benitz "grenzwertig, da dies bei sitzender Tätigkeit auch ohne Corona den Krankenstand hochtreiben kann".

Dass alles ganz genau überprüft werden kann, ist jedenfalls in beiden Städten sichergestellt: Es sollen nämlich an die städtischen Mitarbeiter Raumthermometer ausgegeben werden.