Landesliga

Geduldsprobe bei der Heimpremiere für den FC Löffingen und den FC Neustadt

Johannes Bachmann

Von Johannes Bachmann

Do, 22. August 2019 um 16:43 Uhr

Landesliga Staffel 3

Die nächste Chance kommt bestimmt: Landesliga-Fußballer des FC Löffingen und FC Neustadt hoffen auf erste Punktspielerfolge. Beide haben dabei am zweiten Spieltag Heimrecht.

Es ist kein Drama, mal den Anschluss zu verpassen. Der nächste Zug und damit die Chance, das erhoffte Ziel zu erreichen, kommt bestimmt. Im ICE-Tempo überrollt wurden die Landesliga-Fußballer des FC Neustadt zum Saisonstart beim FC Villingen II. Den ersten Erfolg der neuen Saison verpasst haben auch die Kicker des FC Löffingen. Bei den Heimpremieren am Samstag haben sowohl der FCL (gegen den FC 08 Villingen II) und die Neustädter, die den aktuellen Tabellenführer Singen erwarten, die Chance, auf den Erfolgszug aufzuspringen.

FC Löffingen – FC 08 Villingen II (Samstag, 15.30 Uhr). Ein gut getarnter Spion des FCL erlebte jüngst den 4:0-Starterfolg der Nullacht-Reserve gegen den FCN mit und berichtete Trainer Uli Bärmann von einem "unheimlich starken Auftritt". Das war nicht unbedingt verwunderlich, die Oberliga-Reserve des FC 08 gilt nach zwei Vizemeisterschaften in Folge als Titelfavorit Nummer eins. Bärmann weiß um die Villinger Stärken, im letzten Heimspiel der vergangenen Saison mussten sich die Löffinger den noch nach dem Titel gierenden Nullachtern mit 0:2 geschlagen. Eine Partie, an die sich Benjamin Gaudig nur ungern erinnert. Bei einem Zusammenprall mit einem Villinger Spieler zog sich der FCL-Torjäger eine Lungenverletzung zu und musste mit dem Notarzt ins Krankenhaus. Glück gehabt hat Gaudig damals, der bei der jüngsten Jahreshauptversammlung als neuer Vereinschef gewählt wurde. Die Verletzung zwang ihn lange zu sportlichem Nichtstun, denn ein bisschen Laufen und Radfahren ist für einen Kicker nun mal nicht wirklich Sport. Traumatische Erinnerungen habe einer seiner besten Knipser nicht, der jetzt zugleich auch so etwas wie der Vorgesetzte des FCL-Übungsleiters ist, so Bärmann. Noch hat Gaudig Trainingsrückstand, womöglich kommt er gegen die Nullachter als "Joker" erst im zweiten Durchgang zum Einsatz. "Geballte fußballerische Kompetenz", sieht der FCL-Trainer bei den Nullachtern, "aber wir sind gut vorbereitet". Bärmann verlangt eine deutliche Leistungssteigerung, mehr Tempo, mehr Zug zum Tor. "Wenn wir gegen Villingen so auftreten wie in der ersten Halbzeit in Gutmadingen, bekommen wir massiv Probleme." Der Kader sei aktuell groß genug, der Ex-Nullachter und Torhüter Marcel Wetterer fehlt nach seiner Verletzung ebenso wie Marco Bürer, der noch einen Monat lang ausfällt.

FC Neustadt – FC Singen (Samstag, 15.30 Uhr). Nur gut, das jetzt nicht schon Schluss ist. Die Singener reisen nach dem 5:1-Heimsieg gegen die in Notbesetzung angetretenen Schonacher als Spitzenreiter an, die Neustädter sind nach dem 0:4 im Friedengrund Liga-Schlusslicht. "Doch die Tabelle lügt", vermutet FCN-Trainer Zeljko Cosic – die vergangene Saison beendeten die Fußballer vom Hohentwiel schließlich auf Rang zehn, mit nur zwei Zählern Vorsprung auf den FC Neustadt. Das 0:4 in Villingen habe seine Mannschaft gut verdaut, so Cosic, die Stärken und Schwächen der Singener kenne er nur vom Hören-Sagen und überhaupt sei das eine Mannschaft, die nach zahlreichen Ab- und Zugängen einen ähnlichen Umbruch zu verkraften habe, wie die Fußballer des FC Neustadt. "Bei der Heimpremiere wollen wir zeigen, was wir draufhaben", so Cosic, der zwei Teams auf Augenhöhe erwartet und vor dem vermeintlich besten Singener warnt: "Jeske ist der Motor im Mittelfeld."

Nervös sei er bei seinem Punktspiel-Heimdebüt als FCN-Trainer nicht, er zähle nicht zu den Verschreckten "und ich bin immer positiv", erklärt Cosic. Die Urlauber Peter Orosaj und Luca Buric sind zurück aus dem Urlaub, "drei Mann fehlen aber noch", so der FCN-Trainer, der auf einem der besten Rasenplätze im Schwarzwald ("der ist Champions-League-reif") taktische Änderungen plant. Nicht so offensiv wie zum (verpatzten) Start in Villingen, "die Singener sollen sich erstmal austoben".

Der Fahrplan in der Liga und für das erste Heimspiel der neuen Saison ist damit klar. "Wir müssen Geduld haben", fordert der Trainer, "wir müssen warten können, dass sich der Erfolg einstellt." Dazu braucht es unerschütterliches Selbstbewusstsein. Das hat Cosic im Überfluss, mancher seiner Spieler (noch) nicht.