Parkverbote

Gefälschtes Anwohnerschreiben schreckt Freiburgs Bürger und Rathaus auf

Fabian Vögtle

Von Fabian Vögtle

Fr, 31. Juli 2020 um 12:24 Uhr

Freiburg

Eine autofreie Wiehre im August: Das kündigt ein Schreiben an parkenden Autos an. Die Drähte im Freiburger Rathaus liefen am Freitag heiß. Doch der Brief ist gefälscht, die Verwaltung erstattet Anzeige.

In der Nacht auf Freitag sollen Unbekannte die gefälschten Anwohnerschreiben an zig Autos befestigt haben. In dem offiziell wirkenden Brief des Amts für öffentliche Ordnung wenden sich angeblich Oberbürgermeister Martin Horn und Baubürgermeister Martin Haag direkt an die Bürgerinnen und Bürger. Auch ihre Kontaktdaten wurden genannt.

Das Rathaus teilte in einer Pressemitteilung am Freitagmittag mit, dass die Schreiben, die mit städtischem Briefkopf versehen sind, nicht von der Stadt kommen. Demnach werden keine Parkplätze aufgrund eines "Sommerferien-Pilot-Projekts" für ein autofreies Stadtviertel gesperrt, betonte Sprecherin Martina Schickle.

Strafanzeige wegen Urkundenfälschung und Amtsanmaßung

In dem Schreiben hieß es, die Straßen in der Wiehre (6. bis 19. August) und danach in der Oberau (20. August bis 2. September) würden für jeweils 14 Tage für dem motorisierten Verkehr und fürs Parken gesperrt. Ziel der "Sommerferien-Pilot-Wochen" sei es, ein Nachweis zu erstellen, um in Zukunft mehr Freiflächen für klimaneutrale Mobilität zu schaffen.

Man bedauere diesen ärgerlichen Vorfall, den viele Bürgerinnen und Bürger in den beiden Stadtvierteln sehr verunsichert und bereits einige Reaktionen hervorgerufen hat, so Schickle. In der Verwaltung liefen am Freitagvormittag bereits die Drähte heiß. Die Stadt Freiburg erstattet wegen Urkundenfälschung und Amtsanmaßung nun Strafanzeige gegen Unbekannt.

In dem zweiseitigen Brief stand auch, dass es für alle Anwohnerinnen und Anwohner während der autofreien Zeit eine übertragbare kostenlose Regiokarte von der VAG gebe. Diese könne man gegen Vorlage des Parkausweises beim Fahrkartenbüro an der Salzstraße in der Innenstadt abholen. Bis Freitagmittag habe dort jedoch niemand mit Bezug auf das Schreiben nachgefragt, sagte VAG-Sprecher Andreas Hildebrandt.