Genuss an Bord der "Weinland Baden"

Julius Steckmeister

Von Julius Steckmeister

Di, 16. Juli 2019

Breisach

Viele Gäste feierten die Verleihung des diesjährige Grauburgunderpreises / Gelungener Abend.

BREISACH. Wasser und Wein gehören quasi bereits seit biblischen Zeiten zusammen. Ersteres wurde beim Grauburgunderpreis 2019, der erneut auf dem Fahrgastschiff "Weinland Baden" verliehen wurde, zwar nicht in Letzteres verwandelt, aber zumindest gereicht, um den Gästen der Preisverleihung das Verkosten von knapp 50 Weinen konditionell überhaupt erst zu ermöglichen. Wie schon im Vorjahr hatte die Naturgarten Kaiserstuhl zu einer Veranstaltung mit viel Show und allerlei Wissenswertem rund um den Star des Abends, den Grauburgunder, eingeladen.

Kurzweilige Preisverleihung
Durch über 587 Weine in erstmals fünf statt zuvor vier Kategorien hatte sich eine Fachjury im Vorfelde der Preisverleihung getrunken, um schließlich die 45 Siegerweine zu ermitteln. Das allein sollte aber nicht im Mittelpunkt des Abends stehen. "Wir wollen den Grauburgunder feiern", gab der badische Weinbaupräsident Kilian Schneider als Parole aus.

Damit dies gelang, gab es gleich zum Auftakt des Abends neben einem Sektempfang Musik und neben viel Weinwissen, welches einmal mehr Weinurgestein Hilmar Czwartek zu den jeweiligen Kategorien an Mann und Frau brachte, eine humorige Co-Moderation mit Martin Seidler, den viele Fernsehzuschauer aus der SWR-Sendung "Kaffee oder Tee?" kennen.

Flotte Wortwechsel, witzige Wortspielereien und erfrischend wortgewaltige wie schlagfertige Preisträger ließen die rund zweistündige Preisverleihung fast wie im Fluge vergehen. Noch schneller verging die Zeit danach, denn nun hieß es Probieren. Unter und auf Deck warteten die Grauburgunder von leicht und spritzig über holzig und reif bis schwer und edelsüß. An Land sorgte Sternekoch Thomas Merkle mit Team für feste Nahrung.

Die Gäste aus der Steiermark
Über den Tellerrand blicken ist eines der Ziele des Grauburgunderpreises – und dieser Tellerrand endet nicht an der deutschen Grenze. Gastregion 2019 war das "Vulkanland Steiermark". Die Österreicher aus der Nähe von Graz waren mit einer kleinen Delegation aus Weinmachern und Touristikern bereits zwei Tage zuvor angereist und hatten die Gelegenheit genutzt, die Kollegen vom ebenfalls vulkanischen Kaiserstuhl und natürlich deren Weine kennenzulernen.

Gemeinsam hätten die Regionen, berichtete Winzer-Obmann Christoph Neumeister, vor allem den vulkanische Boden und recht ähnliche Lagen. Größte Unterschiede sieht Neumeister zum einen im Klima, das in der Steiermark deutlich kühler und feuchter sei. Zum anderen gebe es in seiner Heimat kaum Genossenschaften, sondern noch viele kleine Betriebe, deren Hauptabsatzmarkt zudem nicht der Lebensmitteleinzelhandeln, sondern der Direktverkauf sei.

Für die Gäste aus der Steiermark hatte man sogar einen eigenen Kleinstwettbewerb ausgerichtet – die Sieger konnten an einer gesonderten Station probiert werden.

Nicht nur der Wein, sondern auch der gelungene Abend machten mächtig Lust auf mehr.