Gericht ordnet Freilassung Mannings an

dpa

Von dpa

Sa, 14. März 2020

Ausland

Suizidversuch im Gefängnis.

WASHINGTON (dpa). Ein US-Bundesgericht hat die sofortige Freilassung der früheren Wikileaks-Informantin Chelsea Manning aus dem Gefängnis verfügt. In der Anordnung von Richter Anthony Trenga in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia vom Donnerstag (Ortszeit) hieß es, Mannings Aussage vor dem Geschworenengericht sei nicht länger notwendig. Damit entfalle auch die Notwendigkeit der Beugehaft. Mannings Anwälte hatten am Mittwoch mitgeteilt, die Whistleblowerin habe versucht, sich im Gefängnis das Leben zu nehmen. Die 32-Jährige wurde demnach in ein Krankenhaus gebracht, um sich dort zu erholen. Manning sitzt seit Mai 2019 wegen Missachtung des Gerichts in einem Gefängnis in Alexandria in Beugehaft. Sie hatte sich geweigert, über den Gründer der Enthüllungs-plattform Wikileaks, Julian Assange, auszusagen. Mannings Anwälte hatten am Mittwoch mitgeteilt, ihre Mandantin werde "ihre Prinzipien nicht verraten". Laut New York Times hat Manning bereits im Jahr 2016 zwei Mal versucht, sich das Leben zu nehmen.

Die Whistleblowerin – die vor ihrer geschlechtsangleichenden Operation als Mann lebte und mit Vornamen Bradley hieß – hatte Wikileaks 2010 Hunderttausende geheime Militärdokumente zukommen lassen. Es geht dabei um die US-Militäreinsätze und Kriegsverbrechen im Irak und in Afghanistan. Sieben Jahre saß Manning in US-Militärhaft. 2013 wurde sie bei einem Militärgerichtsverfahren zu 35 Jahren Haft verurteilt. Manning kam 2017 frei, nachdem der damalige US-Präsident Barack Obama die Freilassung angeordnet hatte. Wikileaks-Gründer Assange wehrt sich derzeit vor einem Gericht in London gegen seine Auslieferung an die USA. Die US-Justiz wirft Assange vor, Manning geholfen zu haben, das geheime Material zu veröffentlichen.