Gerne nah dran an den Bürgern

Erich Krieger

Von Erich Krieger

Fr, 09. Oktober 2020

Oberried

Neuer Hauptamtsleiter Christoph Reza fühlt sich beruflich und privat im Dreisamtal sehr wohl.

. Durch die Wahl von Ralf Kaiser zum Bürgermeister von Buchenbach wurde Anfang 2020 die Position des Hauptamtsleiters in Oberried frei. Im Auswahlverfahren für einen Nachfolger machte Verwaltungswirt Christoph Reza das Rennen. Er saß am 1. Juni erstmals an seinem Schreibtisch im Hauptamt.

Christoph Reza ist 1985 in Dortmund geboren, zog aber schon im Alter von zwei Jahren mit seinen Eltern in den Landkreis Böblingen. Dort verbrachte er seine Jugend, später studierte er an der Fachhochschule für Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg. Die Leitung des Bau- und Ordnungsamtes der Gemeinde Albershausen im Kreis Göppingen markierte seine erste berufliche Station. Die Aufgaben in der Gemeinde am Fuße der Schwäbischen Alb wuchsen, und Reza übernahm zusätzlich die Hauptamtsleitung.

"Schon damals merkte ich, dass mir gerade in kleinen Kommunen die Verwaltungsarbeit großen Spaß bereitet", sagt er. Man sei nahe dran an den Bürgern, die Aufgaben in den Ressorts seien nicht so eindimensional festgelegt wie in großen Verwaltungen, und man entwickle sich zum Allrounder. Ende 2016 zog es ihn näher in seine alte Heimat und er übernahm in der Gemeinde Hildrizhausen bei Böblingen die Leitung des Hauptamts. Alles passte.

Doch dann kam die Liebe dazwischen. Er lernte seine Partnerin kennen, sie lebte jedoch in Buchenbach. Nach dreieinhalb Jahren Fernbeziehung beschloss das Paar, die weitere gemeinsame Zukunft im Dreisamtal zu planen, zumal sich in Buchenbach die Möglichkeit des Ausbaus einer Wohnung in einem Schwarzwaldhaus bot. "Diese Entscheidung fiel mir nicht leicht, weil in Hildrizhausen die Arbeit und das Umfeld stimmten und ich dort auch verwurzelt war." In dieser Situation erfuhr Reza von der Stellenvakanz in Oberried, und es lag nahe, sich dort zu bewerben.

Das Rathausteam hätte ihn sofort "super" aufgenommen, die Zusammenarbeit mit Bürgermeister Klaus Vosberg und dem Kollegium sei "einfach toll". Oberried als Flächengemeinde mit seinen Ortsteilen und landwirtschaftlicher Prägung finde er spannend, die Arbeit biete für ihn viele neue Erfahrungen und Herausforderungen. Er erlebe eine lebendige Bürgerschaft, die mit viel Engagement das Dorfleben mitgestalte. Gemeinsinn sei großgeschrieben, was nicht selbstverständlich sei, ebenso wie der mutige Ausbau der Infrastruktur mit Klosterschiire, Bürgerhaus Hofsgrund und Ursulinenhof. "Das stemmt nicht jede Gemeinde", sagt Reza.

Einarbeitungsphase ist noch nicht beendet

Natürlich sei seine Einarbeitungsphase noch nicht beendet, er könne noch nicht in allen Bereichen up to date sein. Dazu habe die Corona-Pandemie sicherlich beigetragen, die das Miteinander deutlich lähme. Er lerne aber jeden Tag Neues kennen und fühle sich hier sehr wohl. "Auch landschaftlich sind das Dreisamtal und die ganze Umgebung ein klarer Aufstieg gegenüber früher", sagt Reza schmunzelnd. Als passionierter Wanderer habe er zuletzt den Gegensatz von unten grün und oben weiß beim ersten Schnee auf dem Feldberg genossen. Apropos Sport: Nach Vereinsfußball und Basketball in der Jugend habe er sich früh für letztere Sportart entschieden und sei noch vollaktiv. Beim TV Herdern habe erAnschluss gefunden.