Brustkrebs

Avastin - die entzauberte Wunderwaffe gegen Brustkrebs

Michael Brendler

Von Michael Brendler

Mo, 17. Januar 2011 um 07:43 Uhr

Gesundheit & Ernährung

Mit Avastin behauptet die Firma Roche, Brusttumore aushungern zu können. Das scheint zu viel versprochen. In den USA wurde dem Medikament die Zulassung für die Brustkrebstherapie entzogen.

Am Anfang war es nur ein kleiner Knubbel. ",Hoppla’ habe ich gedacht", erzählt Karin Holbinger "als ich den Knoten in der Brust ertastet hab’." Zwei Jahre lang habe sie das bedrohliche Etwas ignoriert, alle beängstigenden Gedanken mit einem "es wird schon irgendwie gutartig sein" verdrängt, bis aus dem Knubbel eine Entzündung und aus der ein offenes Geschwür geworden war. Zu groß war damals die Hoffnung, so groß, dass die 58-Jährige erst der Miene ihres Gynäkologen entnehmen musste, was dort die ganze Zeit in ihrer Brust gewachsen war.

Inzwischen ist die Hoffnung nur noch sehr klein und Karin Holbinger (Name von der Redaktion geändert) hat sich nach Chemotherapie, Brustoperation und Bestrahlung in einem Zimmer in der Freiburger Klinik für Tumorbiologie eingerichtet. Mit jedem dieser Therapieverfahren, das den Krebs nicht besiegen konnte, ist sie ein Stück kleiner geworden. Inzwischen passt die letzte Dosis Zuversicht, die alle drei Wochen in ihre Adern fließt, durch einen dünnen Plastikschlauch.

"Das Avastin", sagt sie gefasst mit grauer kämpferischer Kurzhaarfrisur und eingetragener Klinikkluft, "ist im Moment der Strohhalm, an den ich mich klammere, das Medikament, das mir hoffentlich die Chance gibt, noch ein paar schöne Dinge zu erleben." Das Mittel der Firma Roche so die Hoffnung von Patientin und Ärzten, nimmt dem tödlichen Tumor die Kraft und verhindert, dass dessen Tochtergeschwüre in der Lunge weiter wachsen.

Würde Karin Holbinger in den Vereinigten Staaten leben, wäre sie auch dieser letzten Hoffnung beraubt. Dort hat jetzt die oberste Arzneimittelbehörde, die Food and Drug ...

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