Jodmangel

Viele Ärzte verschreiben Schilddrüsenhormone zu schnell

Anke Brodmerkel

Von Anke Brodmerkel

Mo, 17. Februar 2014 um 07:36 Uhr

Gesundheit & Ernährung

Offenbar geht es der Schilddrüse der Deutschen schlecht. Doch leiden wirklich so viele Menschen an einer Unterfunktion? Müssen Millionen von ihnen Hormone schlucken?

Um die Schilddrüse der Deutschen scheint es schlecht bestellt zu sein. Das lässt zumindest ein Blick in den Arzneiverordnungs-Report vermuten. Mehr als eine Milliarde, genauer gesagt 1.141 Millionen Tagesdosen Schilddrüsenhormone haben die Ärzte 2012 ihren Patienten verschrieben. Acht Jahre zuvor waren es 736 Millionen, was auch schon eine stattliche Menge ist. Doch seither sind die Zahlen Jahr für Jahr weiter angestiegen.

Leiden hierzulande wirklich so viele Menschen an einer Unterfunktion der Schilddrüse, dass Millionen von ihnen Hormone schlucken müssen? Joachim Spranger, der Direktor der Klinik für Endokrinologie, Diabetes und Ernährungsmedizin der Berliner Charité ist sich da nicht so sicher: "Ein derartiger Anstieg der Verordnungen lässt sich nicht allein durch eine Zunahme der Erkrankungshäufigkeit begründen", sagt er.

Die Vizepräsidentin der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie, Dagmar Führer, wird noch deutlicher: "Heutzutage werden Schilddrüsenhormone zu schnell verordnet", sagt die Direktorin der Klinik für Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen der Uniklinik Essen: "Oft ist nicht klar, wo das Problem des Patienten herkommt und ob es überhaupt eines ist."

Auch eine aktuelle Studie britischer Forscher deutet darauf hin, dass sich das Verschreibungsverhalten verändert hat. Im Fachblatt Jama Internal Medicine berichtet das Team um Peter Taylor von der Cardiff University, dass die Ärzte immer öfter schon bei einer schwach ausgeprägten Unterfunktion der Schilddrüse Hormone ...

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