Corona-Zahlen steigen weiter

Gesundheitsamt kann Großteil der Infektionen noch verfolgen

Gerhard Walser

Von Gerhard Walser

Fr, 30. Oktober 2020 um 18:30 Uhr

Kreis Emmendingen

Noch können die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes den Großteil der Neuinfektionen im Landkreis Emmendingen nachverfolgen. Doch der exponentielle Anstieg macht auch hier zu schaffen.

Eine Zahl in der Regierungserklärung der Kanzlerin ließ diese Woche aufhorchen: Drei Viertel aller Corona-Infektionen könnten inzwischen nicht mehr nachverfolgt und zugeordnet werden, so Angela Merkel. Im Landkreis Emmendingen ist man davon zumindest derzeit noch ein Stück weit entfernt.

Laut der Wochenbilanz des Gesundheitsamtes gelinge die Rückverfolgung enger Kontaktpersonen von Infizierten "zumindest in einem größeren Teil der Fälle noch" und damit die Unterbrechung relevanter Infektionsketten. Im Berichtszeitraum wurden Kontaktpersonen von 217 Personen ermittelt, bei denen das Coronavirus neu nachgewiesen wurde. Die Fallzahlen und die Zahl der Kontaktpersonen steigen jedoch auch im Landkreis "exponentiell". Die Tendenz, dass Infektionsorte und Quellen nicht mehr oder nicht sicher zu ermitteln sind, nehme zu. "Besorgniserregend" sei, dass immer mehr ältere Menschen und besonders gefährdete Gruppen erkrankten.

Das Gesundheitsamt mit seinen insgesamt 25 Mitarbeitenden konzentriert sich deshalb fast ausschließlich auf diese Aufgabe. Es wird dabei von einem Team aus dem gesamten Landratsamt mit derzeit 23 Mitarbeitenden unterstützt. Ab nächster Woche erfolgt eine weitere Verstärkung durch DRK-Kräfte und weiteres Personal der Kreisverwaltung.

Die Zahl der Sieben-Tage-Inzidenz liegt im Landkreis bei 122,0 und damit weiter über dem Landesdurchschnitt von 107,0. Am Freitag wurden vom Landratsamt 52 neue Fälle registriert. Die Zahl der gemeldeten Corona-Fälle stieg damit auf 1175 Fälle. 44 Menschen starben.