Gläser statt Becher

Claudia Füßler

Von Claudia Füßler

Sa, 28. März 2020

Neues für Kinder

Joghurt im Glas, Umschläge aus Pappe – die elfjährige Maja versucht, möglichst plastikfrei zu leben.

Plastik tut unserer Umwelt nicht gut, das hat sich inzwischen ja herumgesprochen. Deshalb versuchen viele Familien, auf Plastik im Alltag zu verzichten und so unsere Erde zu schützen. Auch die Kinder machen mit. Zum Beispiel Maja Zimmermann aus Staufen-Wettelbrunn.

Vor etwa einem halben Jahr hat Maja zum ersten Mal genauer darüber nachgedacht, wie viel Plastik es eigentlich um sie herum gibt. Maja ist elf Jahre alt und besucht die 6. Klasse des Faust-Gymnasiums in Staufen. Klar, dass hier in der Schule der Klimawandel schon oft ein Thema war. "Wir haben darüber gesprochen, was genau das eigentlich ist, wie und warum es dazu gekommen ist", erzählt Maja. Dabei hat sie auch gelernt, wie sehr es helfen kann, wenn die Menschen ein wenig umweltbewusster leben und zum Beispiel weniger Müll erzeugen. Auf ein paar Verpackungen verzichten? Das sollte möglich sein, oder?

Maja lebt mit ihrem älteren Bruder Paul und ihrer Mama zusammen, und die beiden machen mit. Schon eine Weile kauft die Familie Milch und Joghurt nur in Glasflaschen und Gläsern. "Wenn wir einkaufen gehen, nehmen wir eine Stofftasche mit, damit wir im Laden keine Plastiktüte brauchen", erzählt Maja. Auch Obst und Gemüse kommen in Papier oder kleine Stofftaschen. Bei allen anderen Lebensmitteln schaut die Familie genau: Gibt es das vielleicht auch in einer Verpackung ohne Plastik? Rosinen zum Beispiel holen sie nicht mehr im Supermarkt, da es die Nascherei nur in Plastiktüten gibt. Statt dessen kauft Majas Mama sie in einem Hofladen, wo man viele Produkte ganz ohne Verpackung bekommt. Man füllt sie einfach in Behälter, die man von zu Hause mitgebracht hat.

Maja ist eine begeisterte Fußballerin, seit fast zwei Jahren spielt sie im Verein SG Staufen-Obermünstertal. Gerade wenn sie bei kühlerem Wetter draußen kickt, läuft auch gerne mal die Nase. Seit einer Weile benutzt Maja – außer jetzt in der Corona-Zeit – keine Papiertaschentücher mehr, wenn sie sich die Nase putzt. Denn erstens sind die immer in einer Plastikverpackung, und zweitens machen die viel Müll. Stattdessen hat Maja jetzt immer Stofftaschentücher in der Hosentasche. "Ich dachte erst, das ist komisch, sowas benutzen doch nur Omas und Opas", sagt sie und lacht, "aber dann habe ich mich total schnell dran gewöhnt." Bei ihren Schulsachen achtet Maja darauf, dass Umschläge und Ordner aus Pappe sind – oder sie gar nicht erst neue braucht. "Für Musik, Französisch, Englisch und Mathe habe ich dieses Schuljahr Ordner genommen, die wir noch hatten, so muss nichts Neues hergestellt werden, das hilft der Umwelt auch", erklärt sie. Wenn sie neue Stifte braucht, kauft sie die am liebsten einzeln und nicht in einer Plastikverpackung.

Maja möchte niemanden belehren. "Wenn ich mit Freunden über das Plastikthema rede, mache ich keine Vorschriften, sondern Vorschläge", erklärt sie. Im Leben komplett auf Plastik zu verzichten, ist schließlich enorm schwierig. Es gibt da zum Beispiel etwas, das Maja wahnsinnig gerne isst: Chips. Die gibt es leider nur in Plastikverpackungen. "Deshalb habe ich erst ziemlich lange drauf verzichtet, ehe ich mir wieder mal eine Packung geholt habe." Inzwischen hat Maja mit sich selbst vereinbart: Chips dürfen sein, aber nicht ständig, sondern ab und zu mal.

Denn: Die Erde hat viel mehr davon, wenn alle so viel wie möglich auf Plastik verzichten, als wenn einer alleine auf alles Plastik verzichtet.