Hohe Insolvenzquote

Gläubiger der Freiburger SAG Solarstrom-AG erhalten Geld

Bernd Kramer

Von Bernd Kramer

Do, 13. Juni 2019 um 07:46 Uhr

Wirtschaft

Der Insolvenzverwalter der Freiburger SAG Solarstrom AG erwartet eine Insolvenzquote von 50 Prozent. Diese ist vergleichsweise hoch. Was das für die Gläubiger bedeutet.

Der Insolvenzverwalter der sich in Abwicklung befindlichen Freiburger SAG Solarstrom AG erwartet eine Insolvenzquote von 50 Prozent der festgestellten Forderungen. Dies teilte er jetzt mit. Gläubiger werden also voraussichtlich die Hälfte des Geldes erhalten, das ihnen das Pleite gegangene Unternehmen schuldet. Diese Quote ist vergleichsweise hoch. Bei einem anderen in Liquidation befindlichen südbadischen Solarzulieferer wird von einer Quote zwischen elf und 16 Prozent ausgegangen.



Anleger, welche die SAG-Anleihen 2011/2017 und 2010/2015 gezeichnet haben, erhalten dieser Tage Abschlagszahlungen in Höhe von elf Prozent auf die festgestellten Forderungen. Bei einer Unternehmensanleihe geben Anleger Geld, das die Firma nutzt, um beispielsweise Zukäufe zu tätigen oder zu investieren. Die Anleger erhalten dafür Zinsen. Läuft die Anleihe ab, zahlt das Unternehmen das Geld zurück.

Die börsennotierte SAG Solarstrom war eines der ersten Unternehmen weltweit, das mit Solartechnik Geld verdienen wollte. Im Dezember 2013 kam es aber wegen Liquiditätsengpässen zur Insolvenz. Im Oktober 2014 übernahm das chinesische Unternehmen Shunfeng Photovoltaic die SAG im Rahmen einer Übertragung der Vermögenswerte aus der Insolvenz heraus. Der Übernahme war jedoch kein Erfolg beschieden. Im Juni 2017 gab die SAG bekannt, das wichtige Geschäft mit größeren Solaranlagen für Industriegebäude aufgeben zu wollen.