Glasfaser bis in drei Jahren in allen Haushalten

Horatio Gollin

Von Horatio Gollin

Sa, 25. Juni 2022

Rheinfelden

In Karsau sind aktuell bereits 20 Prozent der Nutzer am schnellen Internet / Zwei weitere Bauabschnitte sind in Vorbereitung.

. Der Breitbandausbau in Karsau soll noch dieses Jahr weitergehen. Schon in drei Jahren könnte der ganze Ortsteil mit schnellem Internet erschlossen sein.

Das Gewerbegebiet Schildgasse, Teile von Beuggen und Riedmatt sind im Rahmen des Breitbandausbaus schon erschlossen. "20 Prozent der Hausanschlüsse von Karsau sind am Netz", sagte Paul Kempf, Geschäftsführer des Zweckverbandes Breitbandversorgung. Deutschlandweit liege die Quote lediglich bei acht bis neun Prozent. Er führte aus, dass diese Gebiete zuvor am schlechtesten versorgt waren und deshalb zuerst erschlossen wurden. Der Rest von Karsau ist in zwei weitere Bereiche gegliedert. Einmal in Beuggen, wo der Ausbau als nächstes weitergeht, und dann im Bereich um den alten Ortskern, wo die Versorgung theoretisch als gut gilt. Für diese Gebiete gibt es derzeit noch keine Fördergelder.

Für den Bereich Beuggen mit etwa 430 Hausanschlüssen wird derzeit die Ausschreibung vorbereitet. Ein Förderantrag wurde gestellt und mit dessen Bewilligung könne es frühestens nach den Sommerferien losgehen, erklärte Kempf. Das sei allerdings abhängig davon, wann die Förderung bewilligt werde und welche Kapazitäten die Baufirmen haben. "Ziel ist es, dass es im Herbst losgeht", so Kempf. Es könne aber auch Winter werden. Im zweiten Ausbaubereich sollen rund zwei Millionen Euro investiert werden, um rund sechs Kilometer Längstrasse zu verlegen. Kempf rechnete mit einer Bauzeit von zwei Jahren. Er hoffte, dass im Anschluss an den zweiten Bereich nahtlos auch der dritte Bereich mit rund 150 bis 200 Hausanschlüssen angegangen werden könne, falls in zwei Jahren eine Förderung für das Gebiet möglich werde. In diesem Fall könnten in drei Jahren alle Hausanschlüsse in Karsau hergestellt sein.

Im ersten Bereich konnte eine Anschlussquote von 90 Prozent erreicht werden. In ähnlicher Größenordnung erwartete er das auch für den zweiten Bereich, aber nicht mehr für den dritten Bereich, da die dortige Versorgung mit Internet vielen Nutzern schon reichen dürfte. Am Ende dürften zirka 80 Prozent auf das Glasfasernetz umsteigen, schätzte er.

Bezüglich des anstehenden Ausbaus sollen nun alle Eigentümer informiert werden und auch eine Informationsveranstaltung wird geplant. Er führte aus, dass ein Hausanschluss 600 Euro kostet, ab der zweiten Wohnung zusätzliche 100 Euro pro Wohneinheit. Es fallen weitere Kosten an, wenn für den Anschluss eine Strecke von mehr als 15 Metern zurückgelegt werden muss. Für die meisten Häuser in Karsau sei daher mit Kosten von rund 1000 Euro zu rechnen. Dazu kommen noch 350 bis 500 Euro für die Verkabelungsarbeiten im Haus, wofür eine Fachfirma beauftragt werden muss.

Anschließend haben die Einwohner die Möglichkeit sich über die Firma Pyur oder die Firma Stiegeler mit schnellem Internet versorgen zu lassen. Den Bedenken der Ortschaftsräte bezüglich eines Verkehrschaos wie beim Ausbau in Minseln widersprach Kempf, da in Minseln parallel auch die Wasserversorgung erneuert worden sei, während in Karsau nur Glasfaser verlegt wird.