Hospizgruppe passt Namen dem Wirkungsbereich an

Rolf Reißmann

Von Rolf Reißmann

Mo, 03. August 2020

Grenzach-Wyhlen

Ambulante Hospizgruppe Dreiländereck deckt Städte und Gemeinden zwischen Schwörstadt und Eimeldingen ab.

. Anspruchsvoll, belastend und durchaus nicht für jedermann geeignet ist die ehrenamtliche Arbeit, die von Mitgliedern der Ambulanten Hospizgruppe geleistet wird. Bisher firmierte diese Gruppe mit der Ortsbezeichnung Grenzach-Wyhlen. Dort wurde sie 1992 von Christel Friedrich gegründet, doch schon 1996 erweiterte sie ihr Arbeitsfeld auf Lörrach. Heute betreut die Gruppe das gesamte Kreisgebiet zwischen Weil, Lörrach und Rheinfelden. Bei der Mitgliederversammlung in Grenzach-Wyhlen beschlossen die Teilnehmer deshalb einstimmig eine Änderung des Namens. Nunmehr heißt sie Ambulante Hospizgruppe Dreiländereck. "Angesichts der Herkunft unserer Mitglieder und des Wirkungsbereiches unserer Gruppe ist dies sehr angemessen," erklärte der Vorsitzende Tonio Paßlick. "Von den 26 aktiven Hospizmitarbeitenden kommen je zehn aus Lörrach und Weil.

Für 2019 wies der Vorstand eine beachtliche Bilanz aus. So gab es 74 Sterbebegleitungen, 35 bei Patienten zu Hause, weitere 29 in Pflegeheimen, andere erhielten sie im Krankenhaus zusätzlich zur medizinischen Versorgung. Zweimal wurden zu Hause begonnene Begleitungen im Hospiz am Buck weitergeführt. Solche Begleitungen dauern zwischen einigen Tagen und 30 Monaten. Die Betroffenen waren zwischen 41 und 104 Jahren alt. Rund 3000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit kamen inklusive Schulungen und Organisation zusammen, darunter allein 820 für Sterbebegleitungen.

Diese Begleitung gilt unheilbar Erkrankten, so etwa mit Tumoren oder neurologischen Leiden. Zur Sterbebegleitung gehören vor allem Gespräche und Hilfen, um die letzten Dinge zu klären, auch um gegebenenfalls familiäre Probleme zu lösen. Krankheit und das bevorstehende irdische Ende sind nicht die einzigen Themen. Vieles wird besprochen und organisiert, um Freude und Ablenkung zu bringen. Gemeinsam werden auch Patientenverfügungen zusammengestellt, damit für die Zeit, da Erkrankte ihren Willen nicht mehr ausdrücken können, Klarheit zur gewünschten Behandlung besteht. Begleitet werden die Patienten und die Familien. Besonders schwierig sind Fälle, in denen absehbar ist, dass ein Elternteil sterben wird und Kinder auf den Verlust vorbereitet werden müssen.

Sterbegleiter absolvieren zuvor in vier Modulen eine neunmonatige Ausbildung. Aktive Sterbe- und Trauerbegleiter müssen sich ständig fortbilden; regelmäßig gibt es Supervisionstreffen. Auch praktische Ausbildung gehört dazu. Erleichtert registrierte Paßlick den Kreistagsbeschluss, dass im neuen Zentralklinikum eine neue Palliativstation mit zehn Betten eingerichtet wird. Zwar findet diese Begleitung überwiegend von der Öffentlichkeit unbemerkt statt, doch erhält sie große Anerkennung. Nicht nur die Familien sind dankbar für die Unterstützung. Auch Kommunal- und Kreispolitik würdigen das Engagement. So erhielt die Mitgliederversammlung zahlreiche Grußschreiben von Bürgermeistern und Landrätin Marion Dammann. Paßlick hob hervor, dass die enge Zusammenarbeit mit den Hospizgruppen in Schopfheim und Kandern weitergeführt wird.

Mitglieder: 246

Kontakt: Telefon 07621 579 1042, E-Mail: info@hospizambulant.de