Coronavirus

Grenzach-Wyhlens Bürgermeister kritisiert Schulschließungen

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Sa, 03. April 2021 um 13:00 Uhr

Grenzach-Wyhlen

Die Gemeinde Grenzach-Wyhlen hat die von der Landesregierung geforderte Teststruktur bereits, muss aber ebenfalls Schulen schließen. Bürgermeister Tobias Benz fordert nun eine klare Perspektive.

Bürgermeister Tobias Benz hat in einer Stellungnahme mit deutlicher Kritik auf die Ankündigung der Landesregierung, erneut die Schulen zu schließen, reagiert. Der Beschluss sei für ihn nicht nachvollziehbar, schreibt er mit dem Hinweis auf die Teststrukturen, die die Gemeinde erfolgreich aufgebaut habe und die nach den Osterferien umgesetzt hätten werden sollen.

Benz fasst die Ankündigung zusammen: Unterricht im Wechselsystem solle laut der Landesregierung wieder am 19. April, also erst eine Woche nach den Osterferien, beginnen.

Schulleitungen werden detailliert informieren

Als Grund werde neben den Infektionszahlen angeführt, dass erst ein Testsystem aufgebaut werden müsse, das wöchentlich die zweimalige Testung jedes Schülers sicherstellt. In der Woche nach den Osterferien werde es wieder eine Notbetreuung geben, "die wir in Grenzach-Wyhlen wie bereits in den zurückliegenden Monaten zur Unterstützung der betroffenen Familien bewusst flexibel und unbürokratisch anbieten werden.

Die Schulleitungen werden die Eltern detailliert hierüber informieren", schreibt der Bürgermeister. Vom 19. April an solle es zudem von der Landesregierung eine Verordnung geben, die regelt, dass nur Schülerinnen und Schüler, die sich zwei Mal pro Woche testen lassen, auch am Präsenzunterricht teilnehmen dürfen. Sobald der Gemeindeverwaltung Details vorliegen, werde sie auch darüber informieren.

Teststruktur in Grenzach-Wyhlen bereits vorhanden

Benz führt an, Grenzach-Wyhlen habe mit großem Aufwand und Einsatz aller Beteiligten die geforderten Teststrukturen bereits aufgebaut und in der vergangenen Woche mit selbst beschafften Tests erfolgreich erprobt. Der Bürgermeister betont: Damit habe der Rahmen bestanden, wöchentlich eine zweimalige Testung aller Schülerinnen und Schüler zu ermöglichen. Nach den Osterferien sollte das System starten. In Verbindung mit Masken, Hygieneregeln und der Impfung der Lehrkräfte sei die Basis für einen verantwortungsbewussten Präsenzunterricht unter Pandemiebedingungen gelegt gewesen.

"Nun kam diese Nachricht von der Landesregierung ohne Vorankündigung", hält er fest und kritisiert dies: "Bereits jetzt sind die sozialen Folgen der wochen- und monatelangen Schulschließungen deutlich erkennbar. Wir müssen aufpassen, dass wir uns als Gesellschaft nicht an einer ganzen Generation von Kindern und Jugendlichen versündigen und gebrochene Bildungsbiographien hervorrufen." Er erinnert mit Nachdruck daran, dass die Klassen 7 bis 10 seit Weihnachten keinen Tag an den Schulen waren, und fordert dringend klare Perspektiven und Konzepte, "die man dann aber auch konsequent durchführt – für die Schülerinnen und Schüler und ihre Familien. Andere Länder zeigen uns, wie es besser gehen kann. Die jetzt getroffene Entscheidung der Landesregierung ist das Gegenteil davon, passt aber in die Corona-Pandemiepolitik der vergangenen Wochen und Monate."