Verkehrspolitik

Grüne im Rat wollen das Autofahren in Freiburg unattraktiver machen

Uwe Mauch

Von Uwe Mauch

Do, 06. Februar 2020 um 15:33 Uhr

Freiburg

Um klimaneutral zu werden, brauche es eine Verkehrswende, sagt Freiburgs grüne Fraktion im Gemeinderat. Ihre Vorschläge bis zum Jahr 2025 sehen vor, das Auto zurückzudrängen.

Auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt will die grüne Fraktion ein Zwischenziel erreichen: Der Ausstoß der klimaschädlichen Stickoxide und Kohlendioxide sowie von Feinstaub soll bis 2025 halbiert werden. Dazu nötig sei eine Verkehrswende.
"Wir haben uns an Staus und an beidseitig zugeparkte Wohnstraßen gewöhnt." Maria Viethen, Fraktionsvorsitzende der Grünen
Dazu hat die Fraktion (13 von 48 Sitzen im Gemeinderat) am Donnerstag ihre Vorschläge präsentiert. Neben vielen Projekten, die bereits im Gespräch sind, wollen die Grünen vor allem den Autoverkehr zurückdrängen und Fuß- und Radverkehr stärken.

Der Autoverkehr in Freiburg soll unattraktiver werden

"Wir haben uns an Staus und an beidseitig zugeparkte Wohnstraßen gewöhnt", sagte Fraktionsvorsitzende Maria Viethen. Der Autoverkehr müsse deutlich unattraktiver werden. Zum einen wollen die Grünen den umweltfreundlichen Verkehr fördern. So soll die Stadtbahn als Rückgrat weiter ausgebaut werden – höchste Priorität haben die Verlängerung der Linie 1 bis zum Littenweiler Bahnhof und die Linie für den geplanten Stadtteil Dietenbach. Auch Car-Sharing oder der Einsatz von Lastenrädern sollen gefördert werden. Zum anderen will die Fraktion den Autoverkehr bremsen. 80 Prozent der öffentlichen Flächen würden vom motorisierten Individualverkehr genutzt und 20 Prozent von Radlern, Fußgängern und ÖPNV-Passagieren. "Das wollen wir umdrehen", sagte Stadträtin Nadyne Saint-Cast.

So fordern die Grünen autofreie Modellquartiere, eine Offensive für sichere Schulwege und Vorrangspuren für Busse und Taxis. Dazu müsse die Zahl der Autos im öffentlichen Raum reduziert werden, etwa mit Hilfe eines Katasters, das ungenutzte Plätze in Parkgaragen aufspürt. Zur Finanzierung verwiesen Viethen und Saint-Cast auf Bund und Land und erwarten Geld aus dem Klimapaket der Bundesregierung. "Und das Klima interessiert sich nicht für die Schwarze Null", sagte Viethen. Sie will auch "die vielen Lieblingsprojekte in der Stadt" auf den Prüfstand stellen.