Grünflächen am Pflegeheim sollen im Frühjahr blühen

Herbert Frey

Von Herbert Frey

Do, 21. Oktober 2021

Weil am Rhein

Nachhaltigkeits-AG des Oberrhein-Gymnasiums hat mehrere hundert Blumenzwiebeln gepflanzt / Weitere Aktionen sind geplant.

(hf). Sechs Schülerinnen der Nachhaltigkeits-AG des Oberrhein-Gymnasiums (OGW) und ihr Lehrer Patrick Schmeja brachten am Freitag rund um das Pflegeheim Markgräflerland mit Unterstützung von Armin Wilkmann vom Verein Streuobst-Klassenzimmer rund 300 Blumenzwiebeln in die Erde. Bevor die Mädchen mit Hacke und Schaufel ausschwärmten, vermittelte Wikmann, wie die Zwiebeln von Anemone, Traubenhyazinthe, Blausternchen, Schneeglanz oder Zierlauch fachgerecht gepflanzt werden. Sie sollen mehrere Jahre für eine Blütenpracht rund ums Pflegeheim sorgen, Insekten Nahrung bieten und die Bewohner erfreuen.

Auch einen Innenhof des Heimes haben die Nachhaltigkeits-AGs des OGW und der Verein Streuobstklassenzimmer neu gestaltet. Die entstandenen Refugien werden von Vögeln, Insekten und Eidechsen bereits rege genutzt. Bei diesen Arbeiten kamen die Schülerinnen und Schüler auch mit den Bewohnern ins Gespräch. Das Zusammenführen der jungen Generation, die gerade ins Leben aufbricht und den Älteren, die sich in der letzten Lebensphase befinden, ist eine weitere Intention, die Schmeja und Wikmann mit dieser Kooperation verbinden, die auch vom Pflegeheim unterstützt wird.

Vor fünf Jahren, als er ans OGW kam, gründete Schmeja eine Fair Trade AG, die bis heute fair gehandelte Produkte aus aller Welt verkauft und den Erlös für das Kooperationsprojekt zur Verfügung stellt, das das OGW mit einer Partnerorganisation im Südsudan aufbaut. Dieses soll mehr Kindern in dem afrikanischen Land Bildung ermöglichen.

Die Gruppe weitete dann ihr Betätigungsfeld sukzessive aus: Sie richtete eine Handy-Sammelstation ein, organisierte Gebrauchtkleiderbörsen und baute Futterstationen für Vögel. So entwickelte sich aus der Fairtrade-Gruppe die Nachhaltigkeits-AG, die am OGW aktuell Hefte aus recyceltem Papier verkauft und Strategien zur effektiveren Mülltrennung entwickelt. Damit nicht genug: Das nächste Projekt mit dem Titel "Plastic Pirates" startet schon kommenden Freitag: Dann geht es um das Herausfiltern von Mikroplastik aus Flüssen.

Die Nachhaltigkeits-AG am OGW hat enormen Zulauf: Bereits 45 Lernende, fast ausschließlich Mädchen, gehören ihr an. Das blieb nicht unbemerkt: Das OGW wurde bereits mit dem Siegel "Fairtrade School" und einem Preis der Hieber-Stiftung ausgezeichnet. Um das Siegel "Fairtrade School" dauerhaft führen zu können, habe man das Thema Nachhaltigkeit auch in den Lehrplänen verankert, schildert Schmeja.