Grundstücksverkäufe nur noch mit Klimaauflagen

Thomas Loisl Mink

Von Thomas Loisl Mink

Sa, 15. Mai 2021

Lörrach

Der neue Klimabeirat befasste sich in seiner jüngsten Sitzung vor allem mit sich selbst und seiner Geschäftsordnung.

. In der jüngsten Sitzung des Klimabeirates, die virtuell stattfand, wurden die Energiestandards besprochen, die der Beirat bei Verkäufen städtischer Grundstücke sowie für städtische Gebäude empfiehlt. Den größten Teil der Sitzungszeit verbrachte der Beirat aber mit der Diskussion über die eigene Geschäftsordnung. Der Klimabeirat soll ein Bindeglied zwischen Bürgerschaft, Stadtverwaltung und Gemeinderat sein. Wie der Behinderten- und der Seniorenbeirat spricht er Empfehlungen an den Gemeinderat aus, kann aber keine Beschlüsse fassen.

Natali Fessmann wandte ein, der Aufgabenbereich sei zu weit gefasst, als ehrenamtliches Mitglied könne man sich nicht mit allem eingehend beschäftigen. "Ein breites Spektrum gehört zum Klimaschutz, dass es keinen Sinn machen würde, etwas herauszunehmen", entgegnete Claudia Salach. Sie schlug vor, einzelne Themen in Kleingruppen zu bearbeiten. Der Runde Tisch Klima wird in der Geschäftsordnung als Interessensgruppe bezeichnet, die Vorschläge und Ideen in den Klimabeirat einbringen kann. Bernhard Escher hält den Runden Tisch Klima gegenüber anderen Interessensgruppen für bevorzugt. Annähernd eineinhalb Stunden hielten sich die Mitglieder mit der Geschäftsordnung auf.

Beim Verkauf städtischer Grundstücke sollen nach dem Willen des Klimabeirats künftig der neue Energiestandard "Lörracher Klima-Effizienzhaus" angewandt werden. Er sieht einen Standard 55 nach KfW-Definition vor. Den weitergehenden Standard 40 hält Energieberater Jörg Bienhüls nicht für sinnvoll. Er erfordert mehr Gebäudetechnik, mehr Wärmedämmung und ein Lüftungssystem mit Wärmerückgewinnung, erklärte er auf Nachfrage. Der Einbau einer Solarstromanlage soll vorgeschrieben werden, sowie der Anschluss an ein Nahwärmenetz wenn vorhanden. Seit Januar gibt es mit der Stadtenergie eine Fernwärme-Gesellschaft, an der die Stadt beteiligt ist und die das Fernwärmenetz ausbaut.

Probleme mit dem Zwang zum Nahwärme-Anschluss hatte Bernhard Escher. Wenn Nahwärme billiger sei, werde der Eigentümer freiwillig anschließen, sagte er. Die Mehrkosten für Bauherren seien durch zusätzliche Förderung voll gedeckt, sagte Jörg Bienhüls. Da man im Verbrauch bei einer Doppelhaushälfte bis zu 1300 Euro im Jahr spart, hat es sogar wirtschaftliche Vorteile. Bei städtischen Gebäuden soll die Kraft-Wärme-Kopplung maximal 25 Prozent des Wärmebedarfs decken dürfen. Blockheizkraftwerke können zwar mit Biomethan betrieben werden, das sei aber teuer, so Michael Pilgermayer. Pellets seien nur bei großen Anlagen sinnvoll. Mindestens 75 Prozent müssen aus erneuerbaren Energien stammen.