Amtsgericht

Haftstrafen für Handtaschenraub auf dem Rathausplatz Freiburg

Hilde Butz

Von Hilde Butz

Mo, 09. Mai 2022 um 16:00 Uhr

Freiburg

Das Amtsgericht Freiburg hat zwei Männer zu Freiheitsstrafen verurteilt. Das Schöffengericht war überzeugt, dass das Duo im Juli 2021 auf dem Rathausplatz einer Frau die Handtasche entrissen hatte.

Das Amtsgericht Freiburg hat einen 22 Jahre alten Angeklagten wegen schweren Raubes und vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und zehn Monaten verurteilt. Sein 28-jähriger Mittäter erhielt wegen Raubes und vorsätzlicher Körperverletzung eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren.

Die 23-Jährige berichtete, dass sie morgens gegen 5.30 Uhr mit ihrem Begleiter unterwegs gewesen sei, als sie von hinten angegriffen worden seien. Einer der Männer habe sie zu Boden geworfen. Auf ihre Hilferufe sei der Türsteher eines nahen Clubs aufmerksam geworden. Ihm und seinen Kollegen sei es gelungen, einen der Flüchtenden bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten. Die Beamten fanden bei ihm ein Messer, das er in seinem Ärmel versteckt hatte. Die Verletzungen, die sie beim Sturz erlitt, seien nur geringfügig gewesen, erzählte die Geschädigte weiter, schwerwiegender sei, dass sie seit dem Überfall sehr schreckhaft sei.

Ihr Begleiter hatte im Zeugenstand erhebliche Erinnerungslücken. In der polizeilichen Vernehmung, die wegen zu starker Alkoholisierung erst am Tag nach der Tat stattfinden konnte, hatte er angegeben, dass der zweite Täter ein paar Mal auf ihn eingeschlagen habe, um ihn an der Verfolgung zu hindern. Auch dieser konnte aber kurz nach dem Überfall im Stadtgebiet gestellt werden. Beide Täter befinden sich seither in Untersuchungshaft.

Der 22-Jährige behauptete, es sei eine spontane Tat seines Kumpels gewesen. Da er nicht gewusst habe, wie er sich verhalten solle, sei er ebenfalls weggelaufen. Sein 28-jähriger Mitangeklagter hielt dagegen, dass es ihre gemeinsame Idee gewesen sei. Dass der Kumpan ein Messer dabei hatte, davon habe er wiederum nichts gewusst. Das Mitführen des Messers machte die Tat zu einem schweren Raub. Der Staatsanwalt forderte deshalb Haftstrafen von drei Jahren und drei Monaten sowie drei Jahren und acht Monaten. Beide Angeklagten waren nicht vorbestraft. Verteidiger Michael Markert plädierte für seinen Mandanten, den 22-Jährigen, auf Freispruch, weil dessen Tatbeteiligung nicht nachgewiesen sei. Rechtsanwalt Holger Meier hielt neun Monate Freiheitsstrafe für den Mitangeklagten für ausreichend. Sein Mandant habe die Wegnahme der Handtasche zugegeben. Dass die Frau dabei gestürzt sei, könne auch an deren Alkoholisierung gelegen haben. Auch sei nicht bewiesen, dass er von dem Messer gewusst habe, das beim anderen gefunden wurde.

Noch vor Verkündung des Urteils gab der Staatsanwalt bekannt, dass weitere Verfahren gegen die beiden Angeklagten anhängig seien. Sie seien dabei nach dem gleichen Modus vorgegangen. An den Tatorten sei deren DNA sichergestellt worden. Beide Angeklagten bleiben in Gewahrsam.

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