Bürgermeister alarmiert

Hartheimer Baggersee total überlaufen – Rettungswege zugeparkt

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Fr, 26. Juni 2020 um 16:49 Uhr

Hartheim

Fluchtwege sind zugeparkt, viel Müll bleibt liegen und es wird trotz Waldbrandgefahr gegrillt: Hartheim schlägt Alarm und bittet die Besucher des Baggersees um mehr Rücksichtnahme. Sonst droht Schließung.

Das ist wohl so etwas wie eine veritable Erfolgskrise: Da viele Freibäder nicht, noch nicht oder corona-bedingt nur mit erheblichen Einschränkungen geöffnet haben, sind Baggerseen derzeit so beliebt, dass der Andrang gefährlich wird. Der Friessee in Hartheim am Rhein ist so ein Fall. Und wenn sich die Besucherinnen und Besucher in naher Zukunft nicht besser benehmen, droht die Schließung, wie schon anfangs der Coronona-Pandemie.

Bürgermeister Stefan Ostermaier klagt sein Leid in einer Pressemitteilung. Danach strömten am Donnerstag so viele Badende zum See, dass darunter einige waren, die sich nicht an die Regeln hielten und dadurch sich und andere gefährdeten. Da am See noch Kies gefördert wird und ein Rettungsweg für Krankentransporter und Feuerwehrfahrzeuge lebensentscheidend sein kann, gilt schon seit Jahren am Zufahrtsweg zum See ein einseitiges Parkverbot. Schon am Nachmittag war die Zufahrt zum See allerdings so zugeparkt, dass für die Laster des Kieswerks nichts mehr ging.

Später kam es tatsächlich zu einem medizinischen Notfall, bei dem nur der Rettungswagen durchkam, nicht aber der Feuerwehrgerätewagen. Daneben beklagt Ostermaier, dass es Sachbeschädigungen auf angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen gab, dass der Bereich um den See am Abend reichlich zugemüllt war und trotz Verbots und drohender Waldbrandgefahr gegrillt wurde.

Konsequenzen wurden ergriffen: Rathausmitarbeiter wiesen Ankommende auf die Regeln hin, Falschparker wurden vom Polizeirevier Müllheim erfasst und werden einen Bußgeldbescheid vom Landratsamt erhalten. Um solche unschönen Szenen für die Zukunft zu vermeiden, appelliert die Gemeindeverwaltung deshalb dringend an die Öffentlichkeit, beim Besuch des Friessees rücksichtsvoll vorzugehen – sei es beim Parken, beim Baden oder beim Verlassen des Liegeplatzes. Schließlich freue sich jedermann über ein sauber hinterlassenes Plätzchen am See und auch darüber, wenn im Notfall die Hilfe schnell eintrifft.

Am sichersten und umweltfreundlichsten sei es im Übrigen, mit dem Fahrrad anzureisen und vorbei an allen Schranken bis zum Seeufer zu fahren. Äußerst bedauerlich wäre es hingegen, wenn die Lage völlig außer Kontrolle geriete und der gesamte See wegen einigen uneinsichtigen Besuchern erneut gesperrt werden müsste, so der Bürgermeister.