Ambulante Versorgung

Haus Sonnenschein ist verlässliche Anlaufstelle für Menschen mit psychischen Erkrankungen

Britta Wieschenkämper

Von Britta Wieschenkämper

Di, 02. Juli 2019 um 07:56 Uhr

Lörrach

Menschen mit psychischen Erkrankungen brauchen vielfältige Versorgungsangebote. Ein wichtiger Baustein ist die Tagesstätte Haus Sonnenschein in Lörrach, die es seit 23 Jahren gibt.

Anlässlich der Gesundheitswochen "Psychische Gesundheit" des Landkreises lud die Einrichtung Angehörige und Kooperationspartner am vergangenen Donnerstag zu einem Tag der offenen Tür ein. Normalerweise können zum Beispiel Angehörige von Besuchern nicht einfach die Einrichtung anschauen. "Hier ist ein geschützter Bereich für unsere Besucher", erläutert dies Birgit Grasreiner. Sie betreut gemeinsam mit Sabrina Wipprecht und Holger Eckardt die Besucher.

Angenehmes Ambiente im Haus und im Garten

Das Haus Sonnenschein ist eine Anlaufstätte für Menschen mit psychischen Erkrankungen oder Belastungen. Hier können die Besucher Kontakte knüpfen, sich beschäftigen, den Tag strukturieren, Kaffee trinken oder an Angeboten wie Gedächtnistraining und Kreativwerkstätten teilnehmen. Das gemütlich eingerichtete Haus bietet mit seinem schönen Garten ein angenehmes Ambiente. Die klaren Strukturen und Regeln geben den Klienten die Sicherheit, die sie brauchen. Und natürlich stehen ihnen auch die Mitarbeiter mit Rat und Tat zur Seite. "Viele Besucher kommen über einen längeren Zeitraum, so dass Vertrauen entsteht", so Grasreiner. In Krisensituationen sind die Mitarbeiter oft erste Anlaufstelle im ambulanten System. Denn während es bei Psychiatern oder beim Sozialpsychiatrischen Dienst Wartezeiten gibt, ist ein Mitarbeiter im Haus Sonnenschein während der Öffnungszeiten immer erreichbar.

Auch Mahlzeiten können in der Tagesstätte eingenommen werden, unter anderem auch wichtig, da die meisten Klienten von der Erwerbsminderungsrente leben, wie Jörg Breiholz, Fachbereichsleiter Seelische Gesundheit der Diakonie erläutert. Das Diakonische Werk betreibt noch eine Tagesstätte in Schopfheim und seit neuestem eine in Rheinfelden. Rund 130 Besucher besuchen im Jahr die Einrichtungen. Zusätzlich gibt es zehn Plätze für eine "Verbindliche Tagesstruktur", in der Teilnehmer über einen nicht definierten Zeitraum an vier Tagen pro Woche sich für je vier Stunden verpflichten, an Angeboten teilzunehmen. Eine Teilnahme muss über die Eingliederungshilfe beantragt werden.

Oft kommen Menschen nach einem Tagesklinikaufenthalt. Wenn der Klient einverstanden ist, nimmt der Sozialdienst Kontakt zum Haus Sonnenschein auf und stellt den Kontakt her. Auch mit anderen Einrichtungen wie dem Sozialpsychiatrischen Dienst oder dem Betreuten Wohnen arbeiten die Mitarbeiter des Haus Sonnenschein zusammen, etwa in gemeinsamen Arbeitskreisen.

200 000 Euro erhält die Diakonie vom Landkreis für die drei Tagesstätten, sagt Breiholz. Hinzu kommen rund 70 000 Euro Eigenmittel des Diakonische Werks. "Wir sind sehr dankbar über Zuschüsse aus der BZ-Weihnachtsaktion", sagt Grasreiner. Damit könne das Haus Sonnenschein besondere Angebote finanzieren, die sonst nicht möglich wären. Ein Mehr an Ergotherapeutischen oder musisch-kreativen Angeboten wäre wünschenswert. Mit den fest angestellten Mitarbeitern halte man "den Laden rund ums gesamte Jahr am Laufen". "Es wäre auch schön, wenn Leute ehrenamtlich im musisch-kreativen Bereich Angebote organisieren würden."
Kontakt: Haus Sonnenschein, Haagener Straße 27, geöffnet am Montag, Donnerstag und Freitag: 10 bis 16 Uhr; Dienstag bis 16.30 Uhr; Mittwoch 13.30 bis 16.30 Uhr. Mehr Informationen hier: