Heimkommen nach Hoffenheim

Johanna Eberhardt

Von Johanna Eberhardt

Sa, 06. Dezember 2008

Deutschland

Lange haben zwei Brüder über ihre Deportation aus dem Kraichgau geschwiegen. Milliardär Dietmar Hopp hat geholfen, dass die Geschichte bekannt wird

Hopp und Hoffenheim, diese Paarung kennt jeder. Mit seinem Fußballclub hat der Software-Milliardär Dietmar Hopp (68) seinen Heimatort im Kraichgau international bekannt gemacht. Kaum bemerkt von der Öffentlichkeit hat seine Familie noch ein anderes Projekt betrieben: Die Aussöhnung mit zwei jüdischen Brüdern, die ihre Deportation aus Hoffenheim vor siebzig Jahren überlebt haben.

Als 1938 in der "Reichskristallnacht" die Synagogen brannten und jüdische Geschäfte zerstört wurden, war dies auch das Ende der fast 200 Jahre alten Synagoge in Hoffenheim. Am 10. November 1938 morgens gegen sieben Uhr gab der Obersturmbannführer der SA des Kreises Sinsheim, Eugen Laule, den Befehl zur Zerstörung. Die Wohnung der Familie des Synagogendieners Karl Mayer in dem Gotteshaus wurde geräumt. "Ich stand auf der Straße und sah zu, wie die Randalierer unsere Möbel aus dem Fenster im ersten Stock warfen", erinnert sich Heinz Mayer, damals sechs Jahre alt, in dem Buch "Aus Hoffenheim deportiert".

Als sein Bruder Manfred aus der Schule in Heidelberg zurückkam, war schon der Kronleuchter heruntergekracht. "Eine Menge Leute lief hin und her. Einige Nazis aus dem Ort – darunter auch jene, die mit meinem Vater zur Schule gegangen waren, seine Waffenbrüder während des Ersten Weltkriegs – standen oben auf ...

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