Nahverkehr

Heitersheim könnte einen Zentralen Omnibusbahnhof bekommen

Simone Höhl

Von Simone Höhl

Fr, 22. Januar 2021 um 18:20 Uhr

Heitersheim

Nach den neuen Nahverkehrsplänen begegnen sich die Züge künftig nicht mehr in Bad Krozingen, sondern in Heitersheim. Dort ist die Bushaltestelle jetzt schon zu klein: Ein Omnibusbahnhof wird geprüft.

Heitersheim könnte einen Zentralen Omnibusbusbahnhof bekommen. Die Regionalzüge aus Norden und Süden sollen sich statt in Bad Krozingen künftig in der Malteserstadt begegnen, womit der Heitersheimer Bahnhof zum zentralen Umsteigeknoten von Zug und Bus würde. Seine bisherige Bushaltestelle würde das nicht packen. Der ZOB könnte auf dem Park-and-Ride-Platz entstehen, und dieser neu in Richtung Eschbach gebaut werden. Eine erste Untersuchung läuft.

Der Nahverkehrsplan für die Region wird neu konzipiert. Das macht der Zweckverband Regio-Nahverkehr Freiburg (ZRF), der zuletzt die Höllentalbahn und Breisacher Bahn modernisiert hat. Wenn auch die Elztalbahn fertig ist, soll der Busverkehr an das Schienenangebot angepasst werden – Motto: "Zug und Bus aus einem Guss", erklärte Wolfgang Lederle in der jüngsten Sitzung des Heitersheimer Gemeinderats.

Pendler sollen nahtlos umsteigen können

Der ZRF-Planer stellte den nachgebesserten Entwurf des Nahverkehrsplans 2021 bis 2026 für die Kreise Breisgau-Hochschwarzwald, Freiburg und Emmendingen vor. Die Kommunen nehmen reihum Stellung. Für Heitersheim ist vor allem das Konzept für die Regionalbusse wichtig (siehe auch Info).

Das sieht vor, dass sechs Buslinien gleichzeitig mit den Zügen am Bahnhof an- und abfahren, damit die Fahrgäste gut umsteigen können. Dafür müsste die Stadt einen ZOB mit sechs Haltestellen bauen, die Kosten sind noch unklar.

Stadt begrüßt ZOB-Pläne

"Die Aufwertung des Bahnhofs ist zu begrüßen", meinte Bürgermeister Christoph Zachow. Die Situation auf dem Vorplatz sei unbefriedigend und teils gefährlich. Für die Hälfte der Kosten könnte es einen Zuschuss vom Land geben, auch der ZRF würde sich beteiligen.

Die Stadtverwaltung lässt ein Ingenieurbüro prüfen, ob der ZOB westlich des Bahnhofs gebaut und dafür der Parkplatz verlegt werden kann. Das Ergebnis soll dem Gemeinderat als Diskussionsbasis dienen. Denn beschlossen ist nichts: Noch ist offen, ob der ZRF-Entwurf so umgesetzt wird.

Protest gegen Pläne für Gallenweiler

Grundsätzlich plant er mit einer Grundversorgung an Regionalbussen. Basislinien sollen Gemeinden anbinden, die nicht direkt an der Schiene liegen, aber ihre Ortsteile nur, wenn sie auf dem Weg sind. Sonst fahren in sie Erschließungslinien, wenn es viele Schüler oder große Firmen gibt, aber nicht oft. Grund sei das Geld, sagte Lederle, man müsse darüber sprechen, ob es mehr gibt und von wem. Pflicht ist nur die Basisversion.

Positiv wäre am Nahverkehrsplan für den Heitersheimer Bereich, dass sich der Takt auf Hauptlinien stark verbessert, sagte ZRF-Planer Lederle: "Für Sulzburg ist das ein Quantensprung."

Bürgermeister: "Muss mehr Geld ins System"

Negativ dagegen sei, dass auf den Erschließungslinien Fahrten an den Wochenenden und Nicht-Schultagen wegfallen, das betrifft vor allem Gallenweiler. "Der Wermutstropfen im Entwurf", meinte auch Zachow. Wenn man den ÖPNV zum Schutz des Klimas ausbauen wolle, könne man nicht das Angebot reduzieren. "Das heißt, es muss mehr Geld ins System, entweder kommt noch was vom Land, oder es muss von der Gemeinde kommen." Die Stadträtinnen und Räte diskutierten über Pendlerverkehr, Autos und Busse, die teils auch leer fahren. "Es ist das völlig falsche Signal, die kleinen Ortschaften abzuhängen", sagte Ralf Bürgelin (CDU).

Einstimmig verabschiedete der Gemeinderat eine Stellungnahme, die die zentrale Umsteigestelle begrüßt und die Pläne für Gallenweiler ablehnt. Der Nahverkehrsplan soll im Sommer im Kreistag beraten und im Dezember verabschiedet werden. Früheste Umsetzung ist Lederle zufolge von Dezember 2022 an.
Vorgesehene Linien um Heitersheim

Der Nahverkehrsplan legt nicht Fahrpläne fest, sondern Grundsätzliches wie den Umfang des ÖPNV. Das Regionalbuskonzept bände Heitersheim in sechs Linien ein:

610 Heitersheim, Gewerbepark Eschbach, Bremgarten, Hartheim, Hausen (fährt nicht mehr nach Grißheim, dafür nach Hausen).

612 Bad Krozingen, Schlatt, Tunsel, Eschbach, Heitersheim: fährt nur noch an Schultagen und seltener, wochenends gar nicht mehr.

Gleiches gilt für Linie 624 Heitersheim, Seefelden, Buggingen, Hügelheim, Müllheim.

620 Heitersheim, Dottingen, Sulzburg: seltener und nicht mehr nach Müllheim.

622 Bad Krozingen, Schmidhofen, Gallenweiler, Heitersheim: bindet Gallenweiler viel schlechter an.

630 Heitersheim, Grißheim, Zienken, Neuenburg, Steinenstadt, Schliengen: Verbindung nach Grißheim und (neu) Schliengen.