Fünf Jahre "Wir schaffen das"

Helfer und Offizielle berichten: So ist Lahr mit der Flüchtlingskrise umgegangen

Mark Alexander, Karl Kovacs

Von Mark Alexander & Karl Kovacs

Fr, 04. September 2020 um 20:20 Uhr

Lahr

BZ-Plus Vor fünf Jahren sagte die Kanzlerin ihren berühmten Satz im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise – die BZ hat sich dazu umgehört.

"Wir schaffen das!" Vor fünf Jahren sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Höhepunkt der sogenannten Flüchtlingskrise diesen denkwürdigen Satz. Die Badische Zeitung hat bei der Stadt Lahr, dem Freundeskreis Flüchtlinge, dem Jugendmigrationsdienst und der Polizei nachgefragt: Haben wir es geschafft?

Die Stadt
"Das war schon ein beklemmendes Gefühl", erinnert sich Lahrs Erster Bürgermeister Guido Schöneboom. Er meint den Moment, als zwei kreiseigene Turnhallen in Lahr zu Flüchtlingsquartieren wurden. "Aus der Not heraus ging es aber nicht anders." Die Situation vor fünf Jahren sei extrem gewesen, habe alle Kommunen vor riesige Aufgaben gestellt. Er ist froh, dass Lahr diese Aufgabe "vergleichsweise unaufgeregt" gelöst hat. "Weil wir immer von einer riesengroßen Hilfsbereitschaft getragen wurden." Ohne den Freundeskreis Flüchtlinge und das uneigennützige Engagement vieler Lahrer wäre das nicht möglich gewesen, sagt der Bürgermeister.

Aber auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung seien an die Schmerzgrenze gegangen. Auch wenn es im Zusammenspiel mit der Kreisverwaltung in Offenburg Reibungen gab, wenn er sich von einigen Neu-Lahrern etwas mehr Demut und weniger Forderungen gewünscht hätte, zieht Guido Schöneboom ein positives Fazit. Dass die Stadt Lahr interkulturell aufgestellt ist und über einen entsprechenden Beirat verfügt, habe dabei sicher geholfen. Die größte Herausforderung sieht der Bürgermeister in der Anschlussunterbringung der Geflüchteten, wo derzeit Container notwendig sind. Sein Wunsch auf überregionaler Ebene: europäische Solidarität in der Flüchtlingsfrage.

Der Freundeskreis
"Merkels Satz war richtig und er gilt für unsere Arbeit in Lahr", sagt Heimfried Furrer. "Es gab Rückschläge und es war manchmal chaotisch, aber die Erfolge überwiegen." Der pensionierte Lehrer ist Gründungsmitglied der Lahrer Flüchtlingshelfer, die sich Ende 2014 formierten. Trotz der kontroversen ...

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