Gießen / Gottenheim

Hessische Behörden übernehmen Ermittlungen im Fall Ayleen A. und starten Zeugenaufruf

BZ-Redaktion

Von BZ-Redaktion

Di, 16. August 2022 um 10:53 Uhr

Südwest

Die Staatsanwaltschaft Gießen und die Kripo Mittelhessen haben das Ermittlungsverfahren im Fall der getöteten Ayleen A. übernommen. Mit dem Foto eines Fahrzeuges sucht die Polizei nun Zeugen.

Die Polizei geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die 14-Jährige aus Gottenheim in Hessen zu Tode gekommen ist. Deshalb liege dort der Schwerpunkt der weiteren Ermittlungen und des Gesamtverfahrens. Dies teilen das Polizeipräsidium Freiburg und die Staatsanwaltschaft Freiburg, bei der das Verfahren bisher geführt wurde, in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit.

Die Leiche der Schülerin wurde im Teufelsee im Wetteraukreis gefunden, der zum Bezirk der Gießener Staatsanwaltschaft gehört. Über die Vermutung, dass die 14-Jährige ihren Heimatort am 21. Juli lebend verlassen hat und im Auto des Verdächtigen nach Hessen gelangt ist, hatten die Ermittler bereits auf einer Pressekonferenz in Freiburg berichtet. Nun scheint sich dieser Verdacht zu erhärten. Unklar bleibt indes, wo genau Ayleen zu ihrem mutmaßlichen Mörder ins Auto – einem silbernen Ford KA – stieg und ob sie dies freiwillig tat oder dazu gezwungen wurde.

Mittlerweile wurde die Federführung der polizeilichen Aufgaben von Freiburg nach Gießen abgegeben: Von nun an sei das Polizeipräsidium Mittelhessen für die Strafverfolgung zuständig, heißt es in der Pressemitteilung vom Dienstag. Rund 30 Beamtinnen und Beamten sollen demnach die Ermittlungen in der bestehenden Soko "Lacus" fortführen, wie die hessischen Behörden berichten. Die Freiburger Kriminalpolizei wird nach eigenen Angaben die Ermittlungen der hessischen Behörden unterstützen.

Zeugenaufruf der Kriminalpolizei

Ayleen A. aus Gottenheim war seit dem 21. Juli vermisst worden, etwa eine Woche später wurde ihre Leiche im Wetteraukreis gefunden. Am selben Tag nahm die Polizei einen Tatverdächtigen in Frankfurt fest: einen vorbestraften 29-Jährigen aus dem hessischen Waldsolms, der seither in U-Haft sitzt. Der dringende Tatverdacht gründet sich nach Angaben Staatsanwaltschaft Gießen und des Polizeipräsidiums Mittelhessen insbesondere auf Ergebnisse der Handy- und Funkzellendatenauswertungen. Zudem hatte die Polizei persönliche Gegenstände der Schülerin in der Wohnung des Beschuldigten gefunden. Die genauen Todesumstände sind Gegenstand der laufenden Ermittlungen, heißt es in der Mitteilung weiter.

Nun suchen die Behörden Zeugen: Die Ermittler haben nach eigenen Angaben Anhaltspunkte dafür, dass sich der Beschuldigte – und damit mutmaßlich auch Ayleen A. – am Abend des 21. Juli unter anderem auf einem Autobahnparkplatz der A 5 in Höhe Bruchsal in Fahrtrichtung Frankfurt aufgehalten haben könnte. Nach den bisherigen Erkenntnissen nutzte der Verdächtige am Tattag einen silbernen Ford KA, von dem die Polizei nun ein Bild veröffentlicht hat (siehe oben).

Die Ermittler wollen nun wissen: Wer hat das Auto am Donnerstagabend, 21. Juli im Bereich des Autobahnparkplatzes Höhe Bruchsal (BAB 5 Richtung Norden) gesehen? Und: Wer hat den Pkw in der Zeit von Donnerstagnacht, 21. Juli, bis Freitag, 29. Juli, im Bereich des Teufelsees bei Echzell im Wetteraukreis gesehen? Wer kann Angaben zu Personen im Umfeld des Fahrzeugs oder sonstigen Auffälligkeiten machen?
Hinweise nimmt die Polizei in Gießen unter der Telefonnummer 0641/- 7006-6555 oder per E-Mail an [email protected] entgegen.