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Mondfinsternis

Heute Abend verschwindet der Mond – und er lässt sich dabei beobachten

Michael Saurer
  • & dpa

  • Fr, 27. Juli 2018, 08:48 Uhr
    Panorama

Zum einen wird heute Abend die längste Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts zu sehen sein. Zum anderen erscheint der Mars groß, rot und hell. Ein Sommernachtstraum unter dem Sternenhimmel.

Heute ist die längste Mondfinsternis des 21. Jahrhunderts zu sehen. Foto: Sven Hoppe
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Die Mondfinsternis am 27. Juli 2018

Das extrem seltene astronomische Ereignis fällt auf eine warme und in Südbaden wohl weitgehend klare Sommernacht. Zu einer Mondfinsternis kommt es nur bei Vollmond, wenn Sonne, Erde und Mond auf einer Linie liegen (siehe Grafik rechts). Der Mond taucht dabei völlig in den Schatten ein, den die von der Sonne angestrahlte Erde in den Weltraum wirft. Am Freitag kommt es zur längsten sichtbaren totalen Mondfinsternis des gesamten 21. Jahrhunderts: Eine Stunde und 43 Minuten dauert sie.

Übertroffen werde dies erst am 9. Juni 2123 – um etwa drei Minuten, sagt die Astronomin Carolin Liefke vom Haus der Astronomie in Heidelberg. Das Schauspiel fängt mit Beginn der Dunkelheit am Abend an. In Südbaden geht der Mond am Freitag gegen 21.03 Uhr auf. Dann dauert es noch einige Minuten, bis der Mond komplett in den Kernschatten der Erde eingetaucht ist und die totale Mondfinsternis beginnt. Die Mitte der totalen Finsternis wird um 22.22 Uhr und das Ende um etwa 23.13 Uhr erreicht. Das spektakuläre Himmelsereignis endet dann kurz nach Mitternacht.

Die Farbe

Die kurzwelligen blauen Lichtwellen der Sonnenstrahlen werden vollständig in der Erdatmosphäre gestreut, erläutert das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Das langwellige rote Licht werde hingegen gebrochen und in Richtung Mond gelenkt. Es fällt im Kernschatten auf die Mond-Oberfläche. Der Mond schimmert rötlich, mancher spricht von einem "Blutmond".

Das Mars-Schauspiel

Der Mars kommt der Erde am Freitag so nah wie selten – er ist nur rund 58 Millionen Kilometer von unserem Planeten entfernt. Das ist der Minimalabstand, wie Liefke sagt. Zuletzt geschah das vor rund 15 Jahren, heißt es beim DLR. Anders als die Erde braucht der Mars auf seiner weiter entfernten Umlaufbahn um die Sonne nicht ein, sondern fast zwei Jahre. Wenn die Erde den Mars auf der Innenbahn überholt und der Mars der Sonne vergleichsweise nahe steht, ist er am Himmel besonders hell und vergleichsweise groß zu sehen.

Das Wetter

Warm bis tropisch. Die Temperaturen erreichen in Deutschland um 21 Uhr noch 21 bis 30 Grad und um Mitternacht immer noch 17 bis 26 Grad, sagt Meteorologe Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst in Offenbach. In vielen Städten werde eine Tropennacht erwartet, die ganze Nacht mehr als 20 Grad. "In Südbaden erwarten wir vereinzelt leichte Quellwolken, die sich im Laufe des Abends aber auflösen", sagt Friedrich. Prinzipiell stehen die Chancen auf einen klaren Sternenhimmel in der Region also gut.

Ort und Zeitpunkt

Während die Mondfinsternis kurz nach Mitternacht zu Ende sein wird, ist der Mars hingegen die ganze Nacht lang zu sehen. Zum Höhepunkt der Mondfinsternis stehen sowohl Mond als auch Mars tief über dem Südosthorizont. Dann könnte es zum Beispiel für Fotografen besonders interessant werden. Die Himmelskörper stehen dann nämlich deutlich höher, es ist richtig dunkel und man wird sich – so das Wetter mitspielt – an ihrem rötlichen Leuchten erfreuen können. Der Mars wird dann etwa sechs Grad südlich des Mondes zu erkennen sein, direkt über dem Horizont. Zu diesem Zeitpunkt kann man versuchen, beide zusammen zu fotografieren.

Egal wo man sich das Spektakel am Nachthimmel auch anschaut, wichtig ist auf jeden Fall ein bis zum Horizont freier Blick in südöstliche Richtung – der auch weitgehend frei von irdischen Lichtquellen sein sollte. Also Land statt Stadt heißt die Devise.

Ressort: Panorama

  • Artikel im Layout der gedruckten BZ vom Fr, 27. Juli 2018: PDF-Version herunterladen

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