Bundestagswahlkampf

Hoffnungsträger Schulz: Ist die SPD plötzlich cool?

Stefan Hupka

Von Stefan Hupka

So, 05. Februar 2017 um 10:08 Uhr

Deutschland

Die Umfragen gehen durch die Decke, eine Partei ist kaum wiederzuerkennen, und jetzt gehen ihr in Freiburg sogar die Mitgliedsbücher aus: Ist die SPD plötzlich cool? Unser Autor hat sich in der Region umgehört.

Ein Tusch wäre jetzt passend. Denn Jürgen Kießling, mit 62 der Stubenälteste hier, hat etwas mitgebracht, ganz aktuell. Sein Projektor zielt auf eine vergilbte kleine Leinwand. Marko Glaubitz, der Vorsitzende, fiebert schon vor Ungeduld. "Los, zeig es ihnen", bittet er. Auf der Leinwand erscheinen jetzt Grafiken des neuen Deutschlandtrends. Welche Partei soll die nächste Regierung führen? 39 Prozent sagen: Union. Und 50 Prozent: SPD. "Wahnsinn", raunt einer.

Und wenn Sie den Kanzler direkt wählen könnten? 34 Prozent: Merkel. Aber 50 Prozent: Schulz. Zwanzig Genossinnen und Genossen klopfen Beifall auf dem Tisch. "Das gibt echt Kraft", frohlockt Glaubitz. Und es ist, das Gefühl hat nicht nur er hier im Raum, vielleicht der Beginn von etwas Großem.

Die 153 Jahre alte SPD erhält Zulauf
Donnerstagabend im Quartiersladen Freiburg-Stühlinger. Der SPD-Ortsverein tagt. Das tut er jeden Monat. Aber heute ist das nicht wie sonst. Denn da sind neue Gesichter, überwiegend junge. Seit einer halben Stunde sind auch sie Genossen, Neumitglieder der 153 Jahre alten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Zehn insgesamt – womit der Ortsverein endlich seine Mitgliedermarke 100 geknackt hat, was ihm so lange nicht gelungen ist.

Der Tisch ist reich gedeckt mit Baguette, Fleischbällchen, Gürkchen und Käse. Auch Sekt steht parat. Denn bei der alten Tante SPD, muss man wissen, wird man Mitglied nicht einfach so per Postkarte. Wer einen Antrag stellt, wird eingeladen zu einer Sitzung seines ...

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